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Alle Notrufe werden verfolgt – unberechtigte sind strafbar

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Feuerwehrauto nachts auf Alarmfahrt
Wer Rettungskräfte böswillig alarmiert muss mit Strafen rechnen. (Symbolfoto) © Carsten Rehder

Bei der Leitstelle der Polizei in Göttingen, wo auch die Notrufe aus Northeim eingehen, sind im vergangenen Jahr 45 unberechtigte Alarme eingegangen, die als Straftaten aufgenommen und zur Weiterverfolgung an die Staatsanwaltschaft weitergegeben wurden, so Polizeisprecher Sven Wolf, dies seien aber rund 30 Prozent weniger als 2020.

Northeim – Die Gründe für unberechtigte Alarme seien vielseitig und nicht alle würden hinterher als Straftat verfolgt, oft sei Alkohol im Spiel, oder es handele sich um Mutproben bei Kindern und Jugendlichen. Verstärkt gebe es auch sogenannte Hosentaschenanrufe bei nicht gesperrten Handys, so Wolf, ohne die Zahl der Anrufe genau zu beziffern. Dabei wird der Wählimpuls durch zufälligen Druck aufs Display ausgelöst. Jedem dieser Anrufe müsse natürlich nachgegangen werden. Das würde Kapazitäten bei der Polizei binden.

3359 Fehlanrufe im vergangenen Jahr

Im Landkreis Northeim sind 2021 keine Notrufe mit absichtlichen Fehlinformationen bekanntgeworden, die im Anschluss einen Einsatz der Feuerwehr oder des Rettungsdienstes ausgelöst haben, teilt Kreisfeuerwehrsprecher Konstantin Mennecke auf HNA-Nachfrage mit. Was mit Blick auf die Vorjahre in geringer einstelliger Zahl vorgekommen sei, seien fälschlicherweise eingedrückte Druckknopfmelder – das sind die roten Kästen mit Aufschrift „Feuerwehr“, die in Einkaufszentren und anderen öffentlichen Gebäuden zu finden sind.

In der landkreiseigenen Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst befanden sich laut Mennecke 2021 unter den 25056 Notrufen 3359 sogenannte Fehlanrufe. Dabei handelt es sich um Anrufer, die sich aus verschiedensten Gründen verwählt haben oder bei denen kein Sprechkontakt zustande gekommen sei (Hosentaschenanrufe).

Standort wird immer erkannt

Wer absichtlich den Notruf missbraucht, der muss mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahre oder einer Geldstrafe rechnen, betont Oberstaatsanwalt Andreas Buick. Jeder Notruf werde, so Mennecke und Wolf, durch die Leitstellensysteme aufgezeichnet. Das Unterdrücken der eigenen Telefonnummer bringe nichts, sie werde den Disponenten immer angezeigt, erklärt Mennecke. Auch wer von einer der wenigen Telefonzellen beispielsweise ein Feuer melde, könne sich sicher sein, dass die Leitstelle seinen Standort kennt. Aus der Northeimer Fußgängerzone heraus also ein vermeintliches Feuer in Kalefeld zu melden, würde auffallen.

Wichtige Hinweise auf eventuelle Waldbrände

In diesem Sommer gab es laut Kreisfeuerwehr immer wieder Anrufer, die eine unklare Rauchentwicklung meldeten, die sich letztlich als „falscher Alarm“ herausstellte. In keinem der Fälle hatten die Anrufer die Absicht, den Notruf zu missbrauchen, sondern haben verdächtige Beobachtungen umgehend gemeldet. Das sei eine positive Entwicklung, denn die Waldbrände, im Harz, im Solling oder in Einbeck hätten gezeigt, wie entscheidend schnelles Eingreifen der Feuerwehr sei. (Rosemarie Gerhardy)

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