Kosten werden sich verdoppeln

Unterhaltsreform wird teuer für den Landkreis Northeim

Northeim. 628 Kinder im Landkreis Northeim, deren Eltern getrennt leben, erhalten derzeit vom Kreis-Jugendamt Unterhalt. Bald werden es deutlich mehr sein.

Meist ist es der Vater, der an seine Ex-Partnerin für sein Kind keinen Unterhalt zahlen kann oder will. Dann muss der Kreeis einspringen. Zum 1. Juli wird sich die Zahl der Kinder, für die der Kreis einzustehen hat, voraussichtlich verdoppeln.

Statt bis zum zwölften Lebensjahr soll die Behörde künftig bis zum 18. Geburtstag zahlen. Außerdem entfällt die maximale Zahlungsdauer von 72 Monaten. Der Gesetzentwurf soll am 19. Mai vom Bundestag beschlossen werden.

Die Unterhaltsvorschüsse, die der Kreis monatlich aufbringen muss, liegen bei 150 Euro für Kinder bis zu sechs und bei 201 Euro für Kinder bis zwölf Jahren. Hinzu kommen sollen nun 286 Euro für die älteren bis zum 18. Geburtstag.

„Nach unseren Schätzungen dürfte sich die Fallzahl mit der Änderung des Gesetzes beim Landkreis Northeim etwa verdoppeln. Wir kalkulieren mit 615 neuen Fällen“, betont Kreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer. Die jährlichen Unterhaltsvorschussleistungen dürften von bislang 1,3 Millionen auf 3,3 Mio. Euro ansteigen.

Zwar wurden die Kosten bislang zu 80 Prozent vom Land ersetzt, doch blieben beim Kreis abzüglich der nachträglich doch noch von säumigen Zahlern eingetriebenen Forderungen (Erfolgsquote: 20 Prozent) 60 000 Euro hängen. Hinzu kommen Personalkosten für die Bearbeitung aller Anträge von 268.000 Euro.

Künftig rechnet der Landkreis laut Niemeyer mit 220 000 Euro jährlich an Zahlungen, die bei ihm verbleiben. Außerdem seien zwei zusätzliche Stellen vorgesehen, um die Anzahl der erwarteten Anträge bearbeiten zu können. Die Personalkosten steigen damit auf 370 000 Euro.

Statt 328.000 Euro werden nach der Gesetzessänderung 590 000 Euro beim Kreis hängen bleiben. Niemeyer: „Eine gute Sache sicher für die Alleinerziehenden.“ Für die Mehrkosten wünsche sich der Landkreis jedoch einen finanziellen Ausgleich. 

Rubriklistenbild: © dpa

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