Ex-Geschäftsführer hatte über 50.000 Euro abgezweigt

Untreue bei der Feuerwehrsterbekasse Northeim: Gericht mildert Strafe

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Die Affäre um finanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Sterbekasse der Freiwilligen Feuerwehren im Kreis Northeim hat erneut ein Gericht beschäftigt. Der Angeklagte muss nun doch nicht ins Gefängnis.

Der langjährige Geschäftsführer der Sterbekasse hatte Berufung gegen das Urteil des Amtsgerichts Northeim eingelegt. Dieses hatte den 60-Jährigen im August zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Am Dienstag befasste sich in zweiter Instanz das Landgericht Göttingen mit dem Fall – und kam zu einem milderen Urteil: Die Kammer verurteilte den 60-Jährigen zu einer Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je 30 Euro (insgesamt 4200 Euro).

Der Angeklagte habe sich der Untreue schuldig gemacht, befand das Gericht. Er habe zwischen Februar und Oktober 2016 ohne Berechtigung fünfmal jeweils 10 .000 Euro von einem Konto der Sterbekasse abgezweigt und auf ein Privatkonto gebucht. Außerdem habe er von einem weiteren Konto 1700 Euro in bar abgehoben und privat verwendet.

Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen (insgesamt 4500 Euro) gefordert hatte. Die Verteidigung wollte eigentlich einen Freispruch erreichen. Nachdem das Gericht deutlich gemacht hatte, dass ein Freispruch in Frage komme, plädierte er auf 90 Tagessätze (2700 Euro).

Durch die Umwandlung der Freiheits- in eine Geldstrafe bleibt dem 60-Jährigen, der diverse Waffen besitzt, eine andere Konsequenz erspart: Nach dem Waffengesetz besitzen Personen, die wegen vorsätzlicher Straftaten zu einer Freiheitsstrafe von mindestens einem Jahr verurteilt worden sind, nicht die Zuverlässigkeit, um eine Waffe führen zu dürfen. Wäre es beim erstinstanzlichen Urteil geblieben, hätte ihm der Entzug der waffen- und damit auch der jagdrechtlichen Erlaubnis gedroht.  

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