Fotoband: „Verborgenes Northeim“

Neues Buch kombiniert besondere Sichtweisen mit passenden Geschichten

Ungewöhnliches Foto: Verleger Tobias Janus, Fotografin Andrea Schrader und Autor Roland Lange posieren mit besonderen Requisiten im Northeimer Kiessee.
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Northeim mal anders erleben: Verleger Tobias Janus mit Fotografin Andrea Schrader und Autor Roland Lange am Kiessee. Gemeinsam haben sie jetzt ein Buch herausgebracht.

Das Trio – Andrea Schrader (Fotografin), Roland Lange (Autor) und Tobias Janus (Verleger/Buchhandlung Grimpe) – hat ein neues Buch herausgebracht.

Northeim – Ab Samstag, 12. November, ist es unter der dem Titel „Verborgenes Northeim“ im Handel für 20  Euro erhältlich,

Die überwiegend in schwarz-weiß aufgenommenen Fotografien von Schrader zeigen meist Dinge aus Northeim und Umgebung, die man sonst nicht so wahrnimmt, oder Orte, die im Verfall befindlich sind oder nicht mehr existieren. So finden sich Einblicke in das verlassene ehemalige Krankenhaus mit aller damit einhergehender Morbidität. Gezeigt wird auch der alte Eisenbahntunnel, die ehemalige Zuckerfabrik sowie Blicke aus dem Konrektorenhaus auf St. Sixti und das Theater der Nacht. „Die Fotos habe ich über viele Jahre zusammengetragen“, so Schrader und fügt an, dass die Idee zu dem gemeinsamen Projekt schon lange existieren würde. Bereits im vergangenen Jahr sollte das Buch erscheinen, sagt Janus, aber coronabedingt habe sich alles verschoben.

Begleitet werden die Fotos von 15 Geschichten vom Katlenburger Autor Roland Lange. Er habe sich von den Fotos inspirieren lassen, die ihn dann zu einer Idee für seine Texte gebracht hätten. So erinnert er sich beispielsweise beim Anblick der Waldbühne an ein Konzert mit Joe Cocker, das er hier selbst erlebt hat. Das Foto einer Schultafel im Klassenzimmer der ehemaligen Realschule veranlasste Lange zum „Klagelied einer Schultafel“.

In vielen Geschichten spielen Gefühle eine Rolle. Es geht wie in den Fotos auch um Abschied und Vergänglichkeit und um die Frage: „Was bleibt?“. Aber es gibt auch fröhliche Texte wie zum Foto eines Kaugummiautomaten, der Lange an die Zeit der „Bubble-Gum-Music“ und das erste Verliebtsein erinnert hat.

Janus betont, dass auch die Schwaz-Weiß-Fotos nicht nur Verfall, sondern auch Schönheit zeigen, bei einigen älteren Menschen würden sie sicherlich auch viele Wiedererkennungsmomente hervorrufen. Doch die Fotos könnten ebenso gut losgelöst von Northeim stehen.

Ursprünglich hatte das Trio vor, das Buch im Rahmen einer Ausstellung mit Lesung und Musik in den Katakomben der Alten Brauerei vorzustellen. Aber wegen der hohen Coronaauflagen sei dies aktuell nicht realisierbar. Doch an der Idee halte man fest und wolle das Event zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Im Anhang des 184 Seiten starken hochwertigen Bildbandes gibt Hans Harer noch eine kurze baugeschichtliche Einordnung zur fotografierten Architektur. Das Buch gibt es unter ISBN 978-3-943465-15-0. (Von Rosemarie Gerhardy)

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