Verlust an Ackerland bereitet Bauern Sorgen

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Verlust landwirtschaftlicher Nutzfläche: Am Sultmer in Northeim ist für den Krankenhausneubau und für den gerade laufenden Bau des Ärztehauses (Foto) Ackerland verloren gegangen.

Northeim. Im Landkreis Northeim gingen in den vergangenen vier Jahren etwa 2200 Hektar an landwirtschaftlich genutzter Fläche verloren. Wurden im Jahr 2011 laut Landwirtschaftskammer noch 60.763 Hektar bewirtschaftet, so sind es in diesem Jahr nur noch 58.546 Hektar.

Das bedeutet einen Verlust in einer Größenordnung von etwa 3100 Fußballfeldern. „Grund dafür ist der Straßen- und Siedlungsbau“, sagt Hartmut Danne, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Northeim-Osterode. „Das Hauptproblem ist, dass bei den entsprechenden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zu viel hochwertiges Ackerland geopfert wird, das dann in der landwirtschaftlichen Produktion fehlt.“ Immerhin werde pro Hektar Straßenbau das Drei- bis Vierfache an Ackerland für Ausgleichsflächen benötigt.

70 Hektar pro Tag

Das Problem sei aber nicht neu, so Danne. Die Bauern betrachteten diese Entwicklung schon länger mit großer Sorge und hätten hierzu vor einigen Jahren sogar eine Petition im Bundestag eingereicht. „Damals gingen bundesweit pro Tag noch etwa 100 Hektar verloren“, so Danne. „Heute sind es 70, aber das ist immer noch zu viel, denn das erklärte Ziel ist eine Reduzierung auf 30 Hektar pro Tag.“

Die Bauern seien natürlich nicht gegen Straßen- oder Siedlungsbau und die damit verbundenen Ausgleichsmaßnahmen, betont Danne. „Wir bezweifeln lediglich, dass das Anlegen neuer Naturflächen auf hochwertigem Ackerland ökologisch sinnvoller ist als die Aufwertung bereits bestehender Naturgebiete oder die Entsieglung nicht mehr benötigter bebauter Flächen.“

Hinzu komme, dass durch den Verlust an Ackerland die Bodenpreise steigen, was für viele Bauern, die vor allem gepachtete Flächen bewirtschaften, eine zusätzliche Kostenbelastung bedeute.

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