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Über acht Jahre Haft für 60-Jährigen wegen Gewaltattacken gegen Ehefrau in Northeim

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Von: Heidi Niemann

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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
(Symbolbild) © David-Wolfgang Ebener/dpa

Ein 60 Jahre alter Mann muss wegen zweier Gewaltattacken gegen seine Ehefrau für insgesamt acht Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Das hat am Donnerstag das Landgericht Göttingen entschieden.

Northeim/Göttingen – Die Richter befanden den Angeklagten des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung sowie der gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Der Angeklagte habe bei der zweiten Gewaltattacke Mitte Dezember 2021 vorgehabt, seine Ehefrau umzubringen, sagte der Vorsitzende Richter Tobias Jakubetz. Er habe sie heimtückisch im Dunkeln überfallen und auf sie eingestochen, als sie völlig arglos aus dem Auto gestiegen sei.

Das Gericht wich mit diesem Urteil von der juristischen Bewertung der anderen Verfahrensbeteiligten ab. Diese waren in ihren Plädoyers von der ursprünglichen Anklage des versuchten Mordes abgerückt und hatten für versuchten Totschlag plädiert (HNA berichtete).

Die Verteidigung stufte beide Gewaltdelikte dagegen lediglich als gefährliche Körperverletzung ein, sie plädierte auf eine deutlich niedrigere Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren.

Der 60-Jährige war vor den Gewaltattacken dreimal wegen einer Kehlkopfkrebs-Erkrankung operiert worden. Der Angeklagte habe seiner Ehefrau wiederholt Vorwürfe gemacht, dass sie sich nicht genügend um ihn kümmere, sagte der Richter. Die Ehefrau sei verärgert darüber gewesen, dass er wieder zu rauchen angefangen hatte.

Als sie ihm Anfang Dezember deswegen Vorwürfe machte, stellte sie während des Gesprächs fest, dass er auch Alkohol getrunken hatte. Außerdem verkündete er ihr, dass er sich scheiden lassen wolle. Sie sei nicht darauf eingegangen, sondern habe sich ins Bett gelegt. Dann sei es zu der ersten der beiden Gewaltattacken gekommen.

Er sei mit einem Küchenmesser im Schlafzimmer erschienen. Die 52-Jährige habe versucht, ihm das Messer wegzudrücken, sich dabei an der Hand verletzt und um Hilfe geschrien. Daraufhin seien die beiden Kinder zur Hilfe gekommen. Nach Angaben des Gerichts könne nicht ausgeschlossen werden, dass der Angeklagte bei dieser Tat in seiner Steuerungsfähigkeit erheblich beeinträchtigt war, da er stark alkoholisiert gewesen war.

Bei der zweiten Tat hatte der Angeklagte nach Überzeugung der Richter von Anfang an das Ziel, seine Frau zu töten. Die Ehefrau war durch die Attacken so schwer verletzt worden, dass sie auf der Intensivstation behandelt werden musste.  (pid)

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