Viel Beifall für Internationale „Nacht der Puppen“

Sagenhaft: Külli Palmsaar vom „First Hand Theatre“ aus Tallin in Estland mit der Holzpuppe Rehepapp , dem Bären Katzenjunge und der Teufelsmaske, die sie sich auch aufsetzen konnte. Foto: Eriksen

Northeim. Einen guten Draht zu den Wettergöttern hatte das Theater der Nacht bei seinem dritten „Festival mit Hand und Fuß".

In der „Nacht der Puppen" blieb es trocken beim Open-Air-Theater „Die letzte Bastion" von und mit „Mr. Pejo's Wandering Dolls" aus St. Petersburg. Es war eine poetische und verzaubernde Pantomime aus der Karnevalskultur, ähnlich der italienischen Commedia dell’arte.

Das Publikum, das mit einbezogen wurde, war begeistert und klatschte sich die Kälte aus dem Leib. Davor hatte es geregnet, so dass die Theaterdirektoren Ruth und Heiko Brockhausen etwa jede Stunde die Reihenfolge der Events änderten.

Die vor Lebensfreude sprühende Kasseler Blaskapelle „Blech & Schwefel“ geleitete die Zuschauer zum Marktplatz und wieder zurück. Außerdem eröffneten die Musiker den Abend und gaben zum Schluss im Foyer ein Konzert.

Das „Festival mit Hand und Fuß“ ist international. Am Freitag gaben die „Kulturproduksjoner“ aus Norwegen eine umjubelte Vorstellung des Klassikers „Peer Gynt“. Das erste Stück in der „Nacht der Puppen“ am Samstag kam aus Tallin. Külli Palmsaar stellte eine estnische Sage dar.

Der Mehlsackzähler Rehepapp, dargestellt von einem polierten Stück Holz, wurde von den Feuerschwänzen bedrängt. Diese „Kratts“ stahlen sein Mehl und waren vom Teufel ausgesandt worden, der sich beim Säckezähler einquartierte und ihm die Haare vom Kopfe fraß. Der freundliche Bär „Katzenjunge“ aber besiegte den Teufel. Das Publikum half mit und führte den Deibel hinters Licht.

Nacht der Puppen: „Festival mit Hand und Fuß" in Northeim

Gerne hätten die Zuschauer mehr von Eva Sotriffers Fingerkunst gesehen. Die aus Südtirol kommende, mehrfach ausgezeichnete Puppenspielerin zeigte die weitgehend pantomimische Vorstellung „Dracula, oder: Die Leiden eines Untoten“.

Der Graf hatte sein blutrünstiges Leben satt und wollte endlich richtig sterben. Aber der Tod ließ ihn nicht, machte sich sogar über ihn lustig. Zum Glück griffen Evas Hände ein und ließen zunächst Dracula seine ersehnte Ruhe finden. Der Tod tobte und konnte es nicht fassen, doch ihn ereilte dasselbe Schicksal: Er wurde einfach vom Arm gestreift. Musik und Geräusche steuerte Max Castlunger bei.

Das kurze Stück war gespickt mit witzigen Einfällen. Große Puppenspielkunst war die Einleitung, wo die eine Hand sich zwei kleine Hände und einen Kopf auf die Finger steckte. Danach schlüpften zwei Finger der anderen Hand in ein paar Füße und ließen die Beinchen tanzen. So entstand aus den Händen der Künstlerin eine ganze Person, die sich gut koordiniert und anmutig bewegte. Der Beifall kannte keine Grenzen.

Das Festival, das am Sonntag zu Ende ging, wurde gefördert von der Stiftung Niedersachsen, der Kultur- und Denkmalstiftung des Landkreises Northeim, der KSN-Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim, der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft, dem Förderverein Theater der Nacht und der Botschaft des Staates Israel.

Von Anne-Lise Eriksen

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