Fläche bei Hevensen wird renaturiert

Viel mehr Platz für Wasserbüffel an der Espolde

Ackerbau hat hier ein Ende: Auf der rechten Bildhälfte ist ein Großteil der zwölf Hektar großen Fläche an der Espolde zu sehen, die renaturiert werden soll.
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Ackerbau hat hier ein Ende: Auf der rechten Bildhälfte ist ein Großteil der zwölf Hektar großen Fläche an der Espolde zu sehen, die renaturiert werden soll.

Die Niedersächsische Landgesellschaft ist derzeit als Partner der Gemeinden Nörten-Hardenberg und der Stadt Hardegsen dabei, das Espoldetal nördlich von Hevensen zu renaturieren.

Hevensen – Die Arbeiten auf der zwölf Hektar großen Fläche finden als zusätzliches Projekt des sogenannten Leineweber-Sechsecks statt. Sie wurden in diesen Monat gestartet und sollen im kommenden Frühjahr vollendet sein. Für den Erwerb der Flächen, die nötigen Erdarbeiten und Anpflanzungen sowie die Pflege in den Folgejahren wurden 120 .000 Euro veranschlagt.

Ziel des Projektes sei die Entwicklung einer naturnahen, halboffenen Bachauenlandschaft mit feuchten, extensiv genutzten Grünlandarealen, erklärte Landschaftsarchitektin und Projektleiterin Annette Sieben bei einem Besichtigungstermin. Dabei sollen Biotope an der Espolde sowie Kleingewässer und Waldstrukturen entstehen.

Die Flächen werden laut Sieben mit speziellem Regiosaatgut begrünt, das Samen für 40 verschiedene Grasarten enthält. Zwei Teiche, in denen dauerhaft Wasser stehen werde, seien bereits angelegt worden. Außerdem sei geplant, eine naturnahe Uferzone zu entwickeln und bachbegleitend Erlen zu pflanzen. Das Flussbett darf sich laut Sieben frei und uneingeschränkt entwickeln. Nordwestlich und nördlich entstehe ein Laubwald. Auch eine Streuobstwiese werde in Abstimmung mit dem internationalen Schulbauernhof angelegt.

Das Vorhaben wird als sogenannter Kompensationsflächenpool umgesetzt. Das bedeutet, dass der Flächenverbrauch für Infrastrukturmaßnahmen in der Region, wie beispielsweise die Schaffung eines Gewerbegebiets, dort naturschutzfachlich ausgeglichen werden können. Die Ausgleichsfläche wird mit 300.000 sogenannten Wertpunkten bewertet.

Für das interkommunale Gewerbegebiet Area-3-Ost zwischen Bovenden und Nörten-Hardenberg werden ein Drittel oder umgerechnet 100. 000 Punkte aufgebraucht, teilte Frank Bauer, Leiter der NLG-Geschäftsstelle Göttingen in Harste mit. Ein weiteres Drittel werde als Ausgleich für die Erweiterung des Gewerbegebiets Hardegsen genommen.

Die Idee des Projektes wurde laut Bauer bei den Arbeitskreissitzungen des Dorfentwicklungsprozesses in der Dorfregion Leineweber-Sechseck geboren. Dieser startete 2018 mit dem Ziel, die beteiligten Orte Gladebeck, Hevensen, Lutterhausen, Lütgenrode, Parensen und Wolbrechtshausen weiter zu entwickeln. Die Bewohner brachten zahlreiche Ideen mit ein. Ein zentrales Anliegen war die Renaturierung des Espoldetals. „Zu dem Zeitpunkt, als das Projekt umgesetzt werden sollte, wollte der Eigentümer die infrage kommende Fläche verkaufen“, so Bauer.

Damit hat der Getreideanbau, vor allem von Mais auf dieser Fläche ein Ende. Nach Vollendung der Erdarbeiten soll die Fläche extensiv durch die Haltung von Wasserbüffeln bewirtschaftet werden. Die Büffel gehören dem Hevenser Landwirt Jürgen Ropeter, der bereits seit 2012 die italienische Rasse der Wasserbüffel züchtet. Dank der größeren Fläche kann er seine kleine Herde vergrößern.

„Für die Dorfregion ist es ein Glücksfall, dass es zu dieser Aufwertung des Espoldetals kommt“, erklärte Hardegsens Bürgermeister Michael Kaiser, und seine Nörtener Amtskollegin Susanne Glombitza ergänzte: „Man braucht auch naturnahe Erholung, und das ist eines der Ziele der Dorfregion gewesen.“ Die Stadt Hardegsen und die Gemeinde Nörten versuchen, weitere Projekte in Richtung Hardegsen beziehungsweise Leine an das Espoldetal anzuschließen. (zsv)

Kann seine Herde vergrößern: Der Hevenser Jürgen Ropeter hält bereits seit 2012 Wasserbüffel.

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