Viele haben auch Angst vor Clowns

Kuriose Geschichte: Viele Puppenspieler haben Angst vor Masken

Als Puppenspielerin in Aktion: Zusammen mit Anne Knaus vertrat Merle Smalla bei der Vorstellung des Flyers für den Skulpturenpfad das Theater der Nacht.

Northeim – Wenn Merle Smalla am Donnerstag ihr seit Oktober laufendes Praktikum im Northeimer Theater der Nacht beendet, wird ihr das ziemlich schwer fallen.

Denn die 21-Jährige, die an der Hochschule Hannover Experimentelle Gestaltung studiert, muss sich dann nicht nur vom Theater-Team verabschieden. Sie muss auch eine große Inspirationsquelle in Northeim zurücklassen, vor der sie sich in ihrem tiefsten Inneren eigentlich fürchtet: die Puppen und Masken, die bei den unterschiedlichen Vorstellungen des Theaters der Nacht zum Einsatz kommen.

„Viele Menschen, die sich künstlerisch mit Puppen oder Masken beschäftigen, haben eigentlich Angst davor“, sagt Smalla. Sie selbst habe sich als kleines Mädchen vor Clowns gegruselt. Gleichzeitig habe sie aber auch immer irgendwie eine Faszination für verfremdete menschliche Gesichter empfunden und den Reiz gespürt, dieser Angst auf den Grund gehen zu wollen.

„Ich habe damals gemerkt, dass ich am besten damit umgehen kann, wenn ich mich bewusst diesen Ängsten aussetze“, blickt Smalla zurück und verrät, dass sie im Alter von zehn oder elf Jahren Steven Kings Roman „Es“ gelesen hat, in dem der gruselige Clown Pennywise eine Rolle spielt. „Später habe ich mir dann auch den Film angeschaut, aber immer nur in kleinen Abschnitten von zwei Minuten, um zu testen, wie viel ich aushalten konnte.“

Inzwischen weiß Smalla das Gruselpotenzial von Masken und Puppen für ihre künstlerische Arbeit zu nutzen. Ihren Aufenthalt in Northeim hat die junge Künstlerin in zehn Bildern verarbeitet, die noch bis zum 30. April im Theater der Nacht zu sehen sind.

Als Puppenspielerin in Aktion: Zusammen mit Anne Knaus vertrat Merle Smalla bei der Vorstellung des Flyers für den Skulpturenpfad das Theater der Nacht.

Die eher düstere Wirkung ihrer Arbeiten, bei denen sie Malerei und plastische Elemente kombiniert hat, ist für viele Betrachter gewöhnungsbedürftig. Letztendlich teilen aber offensichtlich viele Menschen ihre Faszination für diese Art der Kunst, denn nach nur drei Tagen waren alle Bilder verkauft.

Dieses Bild von Merle Smalla hat bereits einen Käufer gefunden.

Für ihr weiteres Studium nimmt sie aus dem Theater der Nacht allerdings die Erkenntnis mit, dass nicht nur Ängste und düstere Stimmungen, sondern auch positive Eindrücke und Fröhlichkeit durchaus inspirierend für ihre Kunst sein können.

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