Anwohner in Edesheim in Sorge

A7-Sperrungen sorgen für Chaos im Kreis Northeim

Edesheim. Die Vollsperrungen, die für den Ausbau der Autobahn 7 im Kreis Northeim notwendig sind, sorgen immer wieder für Chaos in Edesheim.

Hintergrund ist die enge Kreisstraße, die es Lastwagenfahrern nahezu unmöglich macht, in engen Kurven aneinander vorbeizufahren. So schlimm wie in dieser Woche war es laut der Dorfbewohner aber noch nie.

Kilometerlange Staumeldungen sind insbesondere in Ferienzeiten auf der Autobahn an der Tagesordnung. Genau das ist aber am Dienstagabend fernab der Autobahn im Kreis Northeim aufgetreten, als die A7 zwischen Northeim-Nord und Seesen bis Mittwochmorgen in beide Fahrtrichtungen gesperrt wurde. Das Problem wurde so akut, dass sich der Verkehr von Edesheim fast fünf Kilometer lang bis zur Ortschaft Eboldshausen zurückgestaut hatte. Einzelne HNA-Leser haben von einer halben Stunde Verzögerung gesprochen.

Mehr Zeit und ebenso viel Verständnis würden die Edesheimer um Ortsbürgermeister Ernst Winkler für den Autobahnausbau jederzeit aufbringen. Im Ort wächst allerdings nicht die Sorge vor länger dauernden Autofahrten, sondern insbesondere die Sorge um die Sicherheit der Dorfbewohner.

Dorfbewohner haben Angst um Kinder

Fühlen sich mit der Situation im Regen stehen gelassen: (von links) Nastasia Merino und Dirk Breitenbach vor ihrem Wohnhaus mit Ortsbürgermeister Ernst Winkler an einer der vielen Engstellen in Edesheim. 

Ein konkretes Beispiel dafür sind Dirk Breitenbach und Nastasia Merino. Sie wohnen in Edesheim an einer der engsten Stellen, nämlich an der Kalefelder Straße, Ecke St. Mauritius-Straße und haben somit Logenplätze, wenn die Autobahn mal wieder gesperrt ist. „Minutenlang ging überhaupt nichts“, erzählt Dirk Breitenbach, während er kurze Videosequenzen der Nacht zu Mittwoch zeigt. Zu sehen sind Lastzüge, die nur aneinander vorbeikommen, wenn sie nicht nur Teile, sondern den kompletten Bürgersteig mitbenutzen. 

Das Problem dabei: Diese Situationen kommen nicht nur nachts vor und sorgen somit für schlaflose Nächte, sondern auch am Abend und am frühen Morgen, wenn unter anderem Kinder auf dem Weg zur nahegelegenen Bushaltestelle sind. „Der Bürgersteig ist in solchen Situationen nicht mehr sicher“, mahnt Ortsbürgermeister Winkler.

Maximal 20 Zentimeter Platz: Die Lastwagen hatten in der Nacht zu Mittwoch große Probleme.

Auf Fotos und Videos wird deutlich, wie bedrohlich die Situation ist. „Die LKW fahren nur Zentimeter entfernt an unserem Zaun vorbei“, berichtet Merino. Die Mülltonne hatte sie am Dienstagabend vom Bürgersteig wieder reingeholt. Nicht nur aus Sorge, sie würde umgefahren werden, sondern weil sie den Verkehrsfluss zusätzlich erschwerte.

Die Sorge sei mittlerweile im Dorf so groß, dass Eltern ihre Kinder bei Sperrungen der Autobahn begleiten, damit sie nicht alleine die Straße überqueren. Schulkinder machen mittlerweile von dem Angebot der Familie gebrauch, über den Zaun zu klettern und durch den Garten zu gehen, um die gefährliche Kurve gänzlich meiden zu können.

Bürgersteige werden kaputtgefahren

Neben der Gefahr für Fußgänger bleibt den Anliegern die Frage nach der Instandsetzung der Straße nach den Bauarbeiten. „Die Bürgersteige werden uns kaputtgefahren, die Straßen ebenso“, so die Familie.

Ortsbürgermeister Ernst Winkler hat bereits mit verschiedensten Stellen, unter anderem mit Bürgermeister Simon Hartmann, Kontakt aufgenommen, um das Problem während der bis 2021 andauernden Bauarbeiten zu lösen. Laut Ortsrat gibt es eine Reihe von Möglichkeiten, die Problematik zu lösen. Ideen sind unter anderem die Durchfahrtsbeschränkung für Lastwagen in Richtung Kalefeld oder auch die Einrichtung einer Gewichtsbeschränkung beispielsweise auf 7,5 Tonnen. 

Offizielle Umleitungsstrecken werden missachtet

Hier fahren die LKW: Die Rote Route führt mitten durch Edesheim, an den gelb markierten Stellen wird es besonders eng.

„Wir hätten das Problem gar nicht, wenn die offiziellen Umleitungsstrecken eingehalten werden würden“, betont Winkler. Das müsse aber durch offizielle Stellen kontrolliert werden, sonst hat der Ortsrat keine Hoffnung auf eine baldige Änderung der Situation. Abhilfe könne auch durch das Einpflegen der offiziellen Routen in Navigationssysteme helfen. 

Dass sich dringend, und nicht erst in Jahren etwas ändern muss, wird laut Ortsrat auch durch folgende Situation deutlich: Sollte oberhalb der Kurve Kalefelder Straße, Ecke St. Mauritius-Straße etwas passieren, ist die einzige vorhandene Ortsdurchfahrt blockiert. Eine Ausweichroute, wie früher über die Straße „Zum Wehberg“, gibt es nicht. Rettungsfahrzeuge haben es dann schwer, den Einsatzort zu erreichen. 

Rubriklistenbild: © OpenStreetMap/Mennecke/HNA

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