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Abenteurerinnen Anna Schmelzer und Anne Hopfengärtner setzen ihre Tour fort

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Die letzten Sonnenstrahlen des Tages lassen die Landschaft im Arches Nationalpark feuerrot aufleuchten: Vor ihrem Van stehen Anne Hopfengärtner (links) und Anna Schmelzer.
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages lassen die Landschaft im Arches Nationalpark feuerrot aufleuchten: Vor ihrem Van stehen Anne Hopfengärtner (links) und Anna Schmelzer. © Perspektivan/nh

Seit fast einem Jahr touren Anna Schmelzer aus Nörten-Hardenberg und ihre Partnerin Anne Hopfengärtner mit ihrem alten Van „Berta“ durch Amerika.

Amerika/Nörten –Inzwischen wurde über sie in der ZDF-Sendung „Terra X“ berichtet, und die beiden führen einen umfangreichen Reiseblog. Der ursprüngliche Plan sah vor, die Panamericana, die Alaska mit Feuerland verbindet, von Veracruz in Mexiko bis nach Kanada zu fahren und dieses Jahr Weihnachten wieder in Deutschland zu verbringen. Doch inzwischen haben die beiden ihre Reise um ein weiteres Jahr verlängert.

„Nach fast fünf Monaten in Kanada mussten wir eine große Entscheidung treffen: Die Reise an der Ostküste Kanadas beenden oder weiterreisen und wieder südlicher fahren. Wir entschieden uns für Letzteres. Die Nationalparks in den USA und Mexiko haben uns einfach begeistert. Es gibt dort noch so viel zu sehen. Daher sind wir aktuell wieder in den USA und den Winter wollen wir wieder in Mexiko verbringen“, berichtet Anna Schmelzer.

Die Entscheidung hätte trotzdem Mut gekostet, aber sie seinen gerade so richtig im „Reiseflow“ gewesen und da sie von unterwegs als Blogger und Texterinnen arbeiten, sei das auch finanziell möglich gewesen. Der neue Plan ist nun, bis nach Panama zu fahren. Als Rückkehr peilen sie nun an, Ende des nächsten Jahres zurückzukommen, aber auch da hätten sie noch keinen fixen Zeitpunkt geplant.

Inzwischen sind die Weltenbummlerinnen wieder in Utah angelangt.

Mit Blick auf die vergangenen Monate seit dem letzten HNA-Bericht im April haben sie viele weitere Reise-Highlight erlebt: Im „Wilden Westen“ der USA hat ihnen sehr gut gefallen, die Weite der Landschaft zu spüren. Einen besonderen Moment erlebten sie im Yellowstone Nationalpark. „Es war Vollmond, der Himmel färbte sich leicht rosarot und wir fuhren am Ufer eines Sees entlang. Da sahen wir im Mondlicht, wie ein Hirsch ganz langsam ins Wasser watete. Wenig später folgte die ganze Familie, ein einzigartiger Moment“, schwärmen die beiden.

In Kanada hatten sie mehrere Male Begegnungen mit Bären in freier Wildbahn. Das mitgeführte Bärenspray mussten sie allerdings nie einsetzen.

Begeistert seien sie aber auch von zahlreichen Treffen mit anderen gleichgesinnten Reisenden, sogenannten Overlandern, mit denen sie sich angefreundet hätten.

Gänsehaut Moment im Yellowstone Nationalpark, USA: Hirsche im Mondlicht im Yellowstone.
Gänsehaut Moment im Yellowstone Nationalpark, USA: Hirsche im Mondlicht im Yellowstone. © Perspektivan/nh

Mittlerweile haben die beiden Abenteurerinnen schon rund 33 000 Kilometer mit ihrer „Berta“ geschafft. Der Sprinter hätte sich sehr gut geschlagen. Ein abgebrochener Scheibenwischerarm und abgefahrene Bremsen seien bislang die einzigen notwendigen Reparaturen gewesen, berichtet Schmelzer. Und natürlich merke man, dass inzwischen doch einige Tausend Kilometer und Offroad-Pisten hinter ihnen lägen, da müsse so manche Schraube wieder festgedreht werden.

Doch nicht nur im Umgang mit dem Van haben Schmelzer und Hopfengärtner viel gelernt. Die Reise und das Leben auf kleinem Raum habe ihnen gezeigt, wie wenig man eigentlich brauche: „Gerade in den USA überflutet uns das Angebot in den Geschäften oft. Wir überlegen dreimal, bevor wir etwas kaufen: Brauchen wir das wirklich und vor allem: Haben wir Platz dafür? Wir kommen wunderbar klar mit unserem minimalistischen Lebensstil. Unser kleiner Luxus ist eine heiße Dusche und ein guter Espresso in einem netten Café.“

Doch der Erkenntnisgewinn geht noch viel weiter: Man lerne auf der Reise, dass es, auch wenn es mal schwierig sei, eine Lösung gebe. Auch in Momenten, in denen sie sich etwas „verloren“ fühlten, zum Beispiel, weil sie noch keinen Übernachtungsplatz gefunden hatten, hätte sich immer eine Lösung gefunden. „Einmal haben wir in Mexiko beispielsweise bestens bewacht vor einer Polizeistation geschlafen“, berichten sie.

Und noch etwas haben sie im vergangenen Jahr auf ihrer Reise gelernt: Auf Reisen seien Pläne eigentlich mehr „Ideen“, oft seien die Umstände dann doch ganz anders, oder es würden sich neue Möglichkeiten auftun, mit denen man nicht gerechnet hätte. Deshalb würden sie inzwischen weniger planen und alles mehr auf sich zukommen lassen.

Mehr Berichte über die Reise, Tipps zur Vorbereitung einer solchen Tour und Informationen über ihre Arbeit als Bloggerinnen gibt es unter perspektivan.de (Rosemarie Gerhardy)

Zu den Personen

Anna Schmelzer (33) aus Nörten-Hardenberg hat ihr Abitur am Corvinianum gemacht. Später war sie als Unternehmensberaterin erst bei einer IT-Beratung tätig und hat dann als Personalentwicklerin gearbeitet. Jetzt hat sie den Bürostuhl gegen einen Sitz im Wohnmobil getauscht und arbeitet als freiberufliche Texterin und verfasst unter anderem Reisereportagen.

Anne Hopfengärtner (33) stammt aus Franken. Sie war Profi-Fußballerin und spielte in der 1. Bundesliga für den 1. FC Köln und Bayer 04 Leverkusen. Neben der Karriere hat sie als pädagogische Fachreferentin mit geflüchteten Jugendlichen in Köln gearbeitet und diese auf dem Weg in den Arbeitsmarkt unterstützt. Jetzt ist sie ebenfalls freiberufliche Texterin. ros

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