In U-Haft

Vorbestrafter Sexualstraftäter wieder vor Gericht

Northeim. Ein Sexualstraftäter, der sich einmal sogar während eines laufenden Prozesses an ein Kind herangemacht hatte, muss sich erneut vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen Kraftfahrer, der mehrere Jahre unter anderem in Northeim und Hardegsen gelebt hat, vor, im November vergangenen Jahres in Bovenden sexuelle Handlungen an einem Mädchen begangen zu haben. Der Angeklagte war erst acht Monate zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Seit April sitzt er erneut in Untersuchungshaft.

Der 44-Jährige ist seit mehr als einem Jahrzehnt immer wieder straffällig geworden und hat bereits mehrere Jahre im Gefängnis gesessen. Northeim. Ein bereits mehrfach verurteilter Sexualstraftäter, der sich einmal sogar während eines laufenden Prozesses an ein Kind herangemacht hatte, muss sich erneut wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Landgericht Göttingen verantworten.

Der Mann hatte sich unter anderem im Jahr 2004 vor zahlreichen Mädchen im Raum Northeim, Osterode, Einbeck und Seesen entblößt und sie zu sexuellen Handlungen aufgefordert. Noch während des Prozesses kam es zu einem neuen Vorfall. Der Angeklagte war damals im Anschluss an einen Verhandlungstermin mit einem Lkw nach Bremen gefahren und hatte dort ein elfjähriges Mädchen sexuell belästigt. Das Landgericht Göttingen verurteilte ihn im Dezember 2007 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von knapp vier Jahren.

Fünf Jahre später verurteilte ihn das Gericht zu einer weiteren Freiheitsstrafe von 16 Monaten, weil er gegen Weisungen der Führungsaufsicht verstoßen hatte.

Der Kraftfahrer hatte nur wenige Monate nach seiner Haftentlassung trotz Verbots wiederholt unbeaufsichtigten Kontakt zu Kindern gehabt und mehrfach die Tochter einer Bekannten in seinem Lkw mitgenommen. Außerdem hatte er im Stadtpark von Moringen ein elfjähriges Mädchen angesprochen und mit sexuellen Äußerungen schockiert.

Ein psychiatrischer Gutachter bescheinigte dem Angeklagten Exhibitionismus sowie eine Persönlichkeitsstörung mit Nebenzügen einer Pädophilie. Das Gericht warf ihm damals vor, seine Taten bagatellisiert und keine Therapiebereitschaft gezeigt zu haben. Da ihm die Unrechts- und die Krankheitseinsicht fehle, bestehe die Gefahr, dass er auch in Zukunft derartige Straftaten begehen werde.

Nachdem er seine Strafe abgesessen hatte, war der 44-Jährige im März vergangenen Jahres aus der Haft entlassen worden. Wenige Monate später zog er zu einer alleinerziehenden Mutter in Bovenden. Auch dies war laut Anklage ein klarer Verstoß gegen die Weisungen der Führungsaufsicht, weil in der Wohnung mehrere Kinder lebten. Im November vergangenen Jahres soll es dann zu einem neuen Vorfall gekommen sein. Der Angeklagte soll eine ihrer Töchter im Intimbereich berührt haben, als die Mutter nicht im Haus war.

Die Kammer erteilte zur Eröffnung des Hauptverfahrens den rechtlichen Hinweis, dass wegen der einschlägigen Vorstrafen auch eine Verurteilung wegen schweren sexuellen Missbrauchs in Betracht komme. Der Prozess wird fortgesetzt. (pid)

Rubriklistenbild: © dpa

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