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Vorerst Stopp für Windräder im Landkreis Northeim

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Von: Michael Caspar

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Windräder drehen sich hier im Bild oberhalb der Hardegser Ortschaft Lichtenborn. ARCHIV
Windräder drehen sich hier im Bild oberhalb der Hardegser Ortschaft Lichtenborn. ARCHIV © Hubert Jelinek

Vorranggebiete für Windräder im Kreis sollen vorerst nicht öffentlich ausgelegt werden

Northeim – Das schlägt der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz dem Northeimer Kreistag vor.

Bei der Windenergie sei derzeit so viel in Bewegung, dass der Kreis zunächst einmal die neuen Regelungen von Bund und Land abwarten sollte, begründete Uwe Schwarz (SPD) das von seiner Fraktion angeregte Moratorium. So lasse sich bei der anstehenden Erstellung eines Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) unnötige Mehrarbeit vermeiden.

Das trug die Gruppe CDU, FDP, Die Unabhängigen mit. Sie sieht die bereits ausgewählten Standorte aufgrund ihrer geringen Wirtschaftlichkeit ohnehin kritisch. Die Gruppe würde gerne stark dem Wind ausgesetzte Hochflächen in Waldgebieten nutzen, die derzeit durch Sturm und Borkenkäfer brach liegen. Dem hat das Land bisher nicht zugestimmt.

Das könnte sich aber mit der veränderten Diskussion um die Energiewende seit Ausbruch des Kriegs in der Ukraine ändern.

Gegen eine Verschiebung der Auslegung sprachen sich dagegen einige Bürgermeister aus. Susanne Glombitza (parteilos) aus Nörten-Hardenberg befürchtet eine „Regelungslücke“, sollte es zu Verzögerungen bei der Erstellung des RROP kommen.

Dann könnten nämlich Investoren Bauanträge für jede aus ihrer Sicht geeignete Flächen, etwa im Moringer Becken, stellen. Einen solchen „Wildwuchs“ soll das RROP gerade verhindern. Städte und Gemeinden, so Glombitza, hätten ihre Kompetenzen in diesem Bereich in Kooperationsverträgen an den Landkreis übertragen. Dieser müsse nun auch „zügig und verantwortungsvoll“ handeln.

Das Risiko eines Verlustes der „Steuerungsfähigkeit“ bestehe, bestätigte Landrätin Astrid Klinkert-Kittel (SPD). Die Verwaltung will bis zur Sitzung des Kreisausschusses am Montag mögliche Konsequenzen eines Moratoriums prüfen. In jedem Fall benötige der Landkreis aber einen Beschluss zum RROP bei der Kreistagssitzung am kommenden Freitag, stellte Klinkert-Kittel klar. Dr. Christian Eberl (FDP) stuft mögliche Wildwuchsrisiken als „überschaubar“ ein. Jedes Projekt müsse die strengen und langwierigen Verfahren nach dem Bundesimmissionsschutzgesetzes durchlaufen.

Einigkeit zwischen SPD und Gruppe herrschte in der Frage von Gewerbegebieten entlang der Autobahn 7. Der Kreis könne so Göttinger Unternehmen Expansionsmöglichkeiten geben, hofft Christian Grascha (FDP). Eine „ehrliche Diskussion“ mahnte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann (SPD) an. Nicht jedes Gewerbe sei politisch gewollt. In seiner Stadt sei erst kürzlich die Aufstellung eines Bebauungsplans für einen Logistiker gescheitert. Auf Antrag der SPD soll nun das Gewerbeflächenentwicklungskonzept von 2003 fortgeschrieben werden.

SPD und Gruppe wollen zudem im RROP sicherstellen, dass auch kleinere Dörfer Bauplätze ausweisen können. Das Land bremst da, um im Interesse des Umwelt- und Klimaschutzes den Flächenverbrauch zu verringern. » 

Michael Caspar

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