Schließung im Oktober – Kundenfrequenz nicht ausreichend

VR-Bank Mitte gibt die Filiale in Langenholtensen auf

Die VR-Bank-Filiale in Langenholtensen.
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Die VR-Bank-Filiale in Langenholtensen wird im Herbst geschlossen.

Im Zuge einer Umstrukturierung schließt die VR-Bank Mitte zum Oktober ihre Geschäftsstelle in Langenholtensen. Das hat das für den Bereich Vertrieb zuständige Vorstandsmitglied, Björn Henkel, im Gespräch mit der HNA angekündigt.

Duderstadt / Langenholtensen – Nach seinen Worten werden in den nächsten zwei Jahren elf der 33 Filialen im gesamten Geschäftsgebiet geschlossen, darunter im April 2023 auch der Standort in Bilshausen (Kreis Göttingen). Auch der Bankbus, der vornehmlich im thüringischen Teil des Geschäftsgebietes der Genossenschaftsbank unterwegs war, ist eingestellt worden. Die Geschäftsstellen in Northeim und Katlenburg bleiben unangetastet.

Das Geschäftsgebiet der VR-Bank Mitte reicht von Northeim im Norden bis Netra (bei Sontra, Werra-Meißner-Kreis) im Süden und von Witzenhausen im Westen bis Breitenworbis im Osten.

Nach der Fusion der Volksbank Mitte mit der VR-Bank Werra-Meißner 2019 zur VR-Bank Mitte hat sich laut Henkel ab dem Sommer vergangenen Jahres eine Arbeitsgruppe mit den Geschäftsstellen und der Vereinheitlichung des Dienstleistungsangebots beschäftigt. Die Schließungsentscheidungen orientieren sich nach Henkels Worten hauptsächlich an einer Frequenzanalyse. „Wie oft werde ein Kontaktpunkt genutzt“, so Henkel, sei dabei die Frage gewesen.

Mit 1,87 Kunden pro Stunden in der Filiale und insgesamt 1375 zu betreuenden Privatkunden sei die die Geschäftsstelle Langenholtensen zu klein, um sie wirtschaftlich betreiben zu können. Die Kunden sollen sich künftig an die Geschäftsstelle in Northeim wenden. Henkel verweist auch auf das veränderte Kundenverhalten. Geldgeschäfte würden zunehmend online abgewickelt. Das reduziere die Notwendigkeit von Filialen vor Ort.

Auch einen Geldautomaten und einen Kontoauszugsdrucker soll es künftig in Langenholtensen nicht mehr geben. Um einen Geldautomaten kostedeckend betreiben zu können, müsste er rund 30. 000-mal pro Jahr genutzt werden. Eine solche Frequenz sei in der Northeimer Ortschaft nicht zu erreichen.

Kontoauszugsdrucker möchte die VR-Bank mittelfristig generell abschalten –nicht nur aus Kostengründen. Der damit verbundene Papierverbrauch sei vor dem Hintergrund des Wunsches nach nachhaltigem Wirtschaften kaum zu rechtfertigen, betonte Henkel. Er verweist auf die Möglichkeit des digitalen Kontoauszugs, der auch von Behörden akzeptiert werde. In Ausnahmefällen soll es auch nach Abschaffung der Auszugsdrucker möglich sein, dass Kunden ihre Auszüge postalisch zugeschickt bekommen.   (ows)

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