Gewerkschaft fordert 4,5 Prozent mehr Geld

Warnstreik für mehr Lohn: Wilvorst-Beschäftigte in Northeim ließen die Nadeln ruhen

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Warnstreik: Rund 100 Mitarbeiter der Frühschicht hatten sich vor dem Werkstor versammelt, um für die Gewerkschaftsforderungen zu demonstrieren.

Northeim. Mit einem  Warnstreik haben rund 100 Beschäftigte der Firma Wilvorst am Donnerstagmorgen die Forderungen der Industriegewerkschaft Metall (IGM) unterstützt.

Mirko Richter von der IGM Südniedersachsen-Harz warf bei der Kundgebung vor dem Werkstor des Unternehmens den Arbeitgebern eine Verweigerungshaltung vor. Deren Angebot, Löhne und Gehälter ab dem 1. Juni, also vier Monate nach dem Ende des alten Tarifvertrags, um 1,4 Prozent und zwölf Monate später um weitere 1,5 Prozent anzuheben, sei eine Provokation, sagte Richter. Die IGM fordert bei einer Laufzeit von zwölf Monaten 4,5 Prozent mehr Geld.

Altersteilzeit 

Auf die Forderung der Gewerkschaft, den ausgelaufenen Tarifvertrag zur Altersteilzeit zu verbesserten Konditionen fortzusetzen, habe die Arbeitgeberseite überhaupt nicht reagiert, kritisierte der Gewerkschafter. Angesichts der wirtschaftliche Situation in der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der für 2017 prognostzierten Inflationsrate von 1,5 Prozent seien die Tarifforderungen angemessen.

Karl-Wilhelm Vordemfelde

Gelassen reagierte der geschäftsführende Gesellschafter von Wilvorst, Karl-Wilhelm Vordemfelde, auf den Warnstreik. Er sei das übliche Muskelspiel der Gewerkschaft. Dass sein Unternehmen bereits zwei Tage nach Ende der Friedenspflicht betroffen sei, führt er auf die Zugehörigkeit von Wilvorst zur Brinkmann-Gruppe (Herford) zurück. Wolfgang Brinkmann sei Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite.

Vordemfelde betonte, dass bei Wilvorst das Verhältnis zu den Mitarbeitern gut sei. „Wir haben keinen Streit miteinander.“ Der gezahlte Durchschnittslohn betrage 15,50 Euro.

Die Fronten seien zwar derzeit etwas verhärtet. Trotzdem erwartet Vordemfelde, dass in vier bis sechs Wochen ein Tarifabschluss möglich sei. „Man darf nicht übertreiben“, mahnte er aber zu einem maßvollen Abschluss. Dieser sei wichtig, um die Arbeitsplätze in Deutschland zu erhalten. Schließlich stehe die Textil- und Bekleidungsindustrie hierzulande in Konkurrenz zu den Produktionsstandorten in Fernost.

Wilvorst ist gut aufgestellt“ 

Die Textilindustrie hat nach seinen Worten ein gutes Jahr 2016 mit einem Umsatzplus von vier Prozent hinter sich. Dagegen habe die Bekleidungsindustrie einen Umsatzrückgang von drei Prozent hinnehmen müssen.

„Wilvorst ist gut aufgestellt“, betonte Vordemfelde. Das Unternehmen habe ein „deutlich schwarzes Ergebnis“ erzielt. Im festlichen Bereich, also bei Hochzeitsanzügen, Fracks und ähnlichem, habe es eine Umsatzsteigerung von 3,1 Prozent gegeben.

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