Corona-Impfung

Kreis soll auf eigene Faust starten: Der bundesweite, digitale Impfpass lässt noch auf sich warten

Sabine Michalek
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Der digitale Impfpass lässt als bundesweite Lösung noch immer auf sich warten. Der Kreis Northeim soll jetzt selbst tätig werden.

In Deutschland soll es bald einen digitalen Impfpass geben - doch der lässt noch immer auf sich warten. Im Kreis Northeim wird man langsam ungeduldig.

Northeim – Der Landkreis Northeim soll eigenständig einen digitalen Impfpass einführen. Diese Forderung haben der FDP/CDU-Landratskandidat Christian Grascha und die Einbecker Bürgermeisterin Sabine Michalek erhoben. Dabei verweisen sie auf die Landkreise Altötting, Zollernalbkreis und Ebersberg sowie auf das Land Thüringen, die bereits jeweils eigene digitale Impfpässe geschaffen haben.

„Wir regen deswegen an, dass auch der Landkreis Northeim einen digitalen Impfpass einführt. Dies kann gegebenenfalls auch in Kooperation mit den genannten Landkreisen oder dem Land Thüringen geschehen“, erklärte die Bürgermeisterin.

Die Bürgermeisterin Einbeck, Sabine Michalek.

Corona-Impfung in Northeim: Digitaler Impfpass soll Lockerungen erleichtern

Ziel müsse es sein, so schnell wie möglich wieder alle vertretbaren Corona-Lockerungen auch umzusetzen. Mehr als 52.000 Menschen im Kreis Northeim sind (Stand 21.05.2021) bereits gegen das Coronavirus geimpft. „Es ist den Menschen in unserem Landkreis nicht zu vermitteln, wenn hier nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft und zur Verfügung gestellt werden“, ergänzte Grascha. Ein digitaler Impfpass würde nach seinen Worten auch für Gastronomie, Handel, Kultur- und Freizeiteinrichtungen eine spürbare Entlastung bedeuten.

Bis der digitale Impfpass auf Bundesebene komme, werde es wohl noch dauern. Dabei nannte es der Liberale lebensfremd, dass die Bürger ihren analogen Impfpass ständig bei sich führen müssen, um die Lockerungen für Covid-19-Geimpfte in Anspruch nehmen zu können.

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Corona-Lockerungen in Northeim: Verwaltung setzt auf Nachweis mit digitalem Impfpass der EU

Bei der Kreisverwaltung setzt man dagegen auf den digitalen Impfpass von der Europäischen Union. Dieser, so heißt es in einer Stellungnahme aus dem Kreishaus, soll laut Bundesgesundheitsministerium noch im zweiten Quartal (also bis Ende Juni) auch in Deutschland zur Verfügung stehen. „Warum und wo es angezeigt sein soll, dass der Landkreis angesichts der Bestrebungen auf EU- und Bundesebene noch tätig werden könnte, erschließt sich auf den ersten Blick nicht“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Christian Grascha, Abgeordneter des niedersächsischen Landtags und Landratskandidat.

Da der Landkreis Northeim den Auftrag für eine entsprechende App zunächst noch ausschreiben und vergeben müsste, dürfte eine Landkreis-App auch nicht schneller zur Verfügung stehen als die bundesweit einheitliche Lösung. (red)

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