Schutz für Vögel

Nabu Northeim sperrt Waschbären aus

Zwei Männer an einem gegen Waschbären geschützen Nistkasten
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Rüsten die mehr als 50 Nistkästen auf dem Gut Wiebrechtshausen gegen Waschbär-Angriffe nach: Achim Packeiser (links) und Bernhard Biel.

Raubtiere plündern Vogelnester – Naturschützer schrauben Nistkästen zu

Wiebrechtshausen – Auf dem Klostergut Wiebrechtshausen werden aktuell mehr als 50 Nistkästen zugeschraubt und mit einem Metallvorbau versehen. Der Grund: Ein Waschbär treibt dort sein Unwesen und „bricht“ die Kästen auf, um an die Eier der dort brütenden Vögel zu kommen.

Acht Kästen wurden bereits „geknackt“: Pfotenabdrücke und Kratzspuren haben einen Waschbären als „Täter“ verraten. „Der Waschbär hat herausgefunden, wie sich der Schraubhaken unten an den Kästen aufdrehen lässt“, staunt der Vorsitzende des Naturschutzbunds (Nabu) Northeim, Bernhard Biel, der so etwas nach eigenen Angaben noch nicht gesehen hat. Ist die Schraube aufgedreht, fällt eine Klappe nach unten und die Eier und Jungvögel liegen ungeschützt dort. „Ein gefundenes Fressen für den Waschbär“, so Biel.

Nun hat er zusammen mit dem langjährigen Northeimer Nabu-Mitglied Achim Packeiser die Haken an den Nistkästen durch Schrauben ersetzt.

Die Einfluglöcher schützt jetzt ein Metallvorbau. So kann der Waschbär nicht mit seiner Vorderpfote durch das Loch hindurch nach Beute angeln.

Außerdem hat der Nabu Northeim zehn besonders robuste Nistkästen beschafft und auf dem Gut Wiebrechtshausen aufgehängt. „Der Hunger hat den Waschbären inzwischen sehr erfinderisch gemacht“, weiß Naturschützer Biel. Das Futterangebot sei derzeit aufgrund der Trockenheit bedrohlich mager. Regenwürmer und Engerlinge hätten sich tief in den Boden zurückgezogen, Schnecken gebe es kaum zu sehen, der Großteil der Mäuse sei verdurstet.

Erleichterung verschafften dem alles fressenden Waschbären in den vergangenen Wochen Obstbäume voller Kirschen.

Die Nistkasten-Attacken des Waschbären waren Biel bei einer Zwischenkontrolle aufgefallen, denn der Nabu betreibt ein Monitoring, erfasst dabei die Belegung seiner Nistkästen sowie den Bruterfolg der Vögel.

Aufgehängt wurden die 50 Kästen Ende 2019 auf den Streuobstwiesen in Wiebrechtshausen. Jeder Nistkasten ist bei Google Earth kartiert.

Das dafür nötige Geld habe damals die Bingo-Umweltstiftung Niedersachsen zur Verfügung gestellt, so Biel weiter. Genutzt werden die Kästen unter anderem von Meisen und Rotschwänzen, Feldsperlingen und Trauerschnäppern. Daneben hängen weitere 30 Kästen für andere Vogelarten auf dem Gutshof. (Michael Caspar)

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