Stadtrat votiert mit knapper Mehrheit dafür

Weg frei für neuen Supermarkt in Langenholtensen

Quasi gegenüber der Ortschaft Langenholtensen soll auf dem Gelände des früheren Sportplatzes direkt an der Bundesstraße 248 ein Netto-Einkaufsmarkt gebaut werden.
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Auf dem früheren Sportplatzes direkt an der Bundesstraße 248 soll ein Netto-Einkaufsmarkt gebaut werden.

Seit Jahren wird diskutiert, nun ist der erste wichtige Schritt in Richtung Neuansiedelung eines Netto-Supermarktes in Langenholtensen gemacht.

Langenholtensen/Northeim - In seiner jüngsten Sitzung hat der Northeimer Stadtrat mit knapper Mehrheit für eine wichtige Voraussetzung, nämlich die Aufstellung eines Bebauungsplans gestimmt.

Langenholtensens Ortsbürgermeisterin Reta Fromme (CDU) hatte appelliert, dass es nun endlich mal weitergehen müsse, es sei genug diskutiert worden. Zumal der Ortsrat der Ortschaft in seiner jüngsten Sitzung einstimmig die weiteren Planungen für den Supermarkt auf den Weg gebracht hatte.

Doch vor der Abstimmung im Rat wurde noch einmal intensiv und lange diskutiert. Ratsherr Tobias Schnabel (FDP) kritisierte zum einen, dass ein neuer Supermarkt in Langenholtensen eine Gefahr für den Rewe-Markt in der Einbecker Landstraße sei, zum anderen, dass es im Gutachten des Landkreises Northeim viele Fehler gebe. „Das ist gesetzeswidrig“, so Schnabel weiter.

Sein Fraktionskollege Eckhard Ilsemann ging sogar noch einen Schritt weiter: Er warf dem Landkreis „eindeutige Mauschelei“ bei der Erstellung des Gutachtens vor. Er nannte als Beispiel eine im Gutachten als notwendig genannte Querungshilfe über die Bundesstraße 248.

Zum Hinterrund: Der Supermarkt soll auf dem Gelände des ehemaligen Sportplatzes in Langenholtensen gebaut werden, dafür müssten Kunden aus dem Dorf die Bundesstraße überqueren.

Laut Ilsemann würde der Standort einer solchen Anlage noch gar nicht feststehen, doch nun soll die Fläche überplant werden. Der Investor würde demnach wohl die Kosten für den Bau der Querungshilfe übernehmen, mitnichten aber die nach Ilsemanns Worten erheblichen Folgekosten, wie zum Beispiel die Unterhaltung der Anlage, die dann nämlich die Stadt Northeim und damit der Steuerzahler zu tragen habe.

Den städtischen Baurat Frederik Alexander Backhaus bezichtige Ilsemann deswegen sogar der Lüge, weil er davon ausgeht, dass der Erschließungsträger eben nicht die Kosten für die Querungshilfe übernehmen werde. Diesen Vorwurf wies Backhaus zurück.

Heiner Hegeler (CDU) beantragte, dass die Verwaltung zu den möglichen Kosten noch einmal explizit Stellung nehmen müsse. Er schlug vor, dass der Rat zwar über die Aufstellung des Bebauungsplans abstimmt, der Punkt Erschließungsvertrag aber hinausgenommen werde, weil viele Dinge, gerade zu den Kosten, noch unklar seien. Obwohl Stadtbaurat Backhaus betonte, dass das eine ohne das andere nicht möglich sei, stimmte der Stadtrat dem Vorschlag Hegelers zu.

Von der Diskussion genervt zeigte sich im Anschluss Ratsvorsitzender Wolfgang Haendel (SPD), der darauf hinwies, dass man sich diese langatmigen Diskussionen im Stadtrat sparen könne, wenn die fachlichen Aspekte schon vorher in den Fachausschüssen diskutiert würden. Denn dafür gebe es diese Ausschüsse schließlich.  kat

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