"Spitze des Eisbergs": Wehrkommando kriegt Feuer

Lütgenrode. Für Ortsbrandmeister Christian Vogel war der Fahrzeugtausch nur die "Spitze des Eisbergs". 15 Aktive sind nach Streitigkeiten aus der Wehr ausgetreten.

Der Tausch der Feuerwehrautos zwischen Lütgenrode und Parensen, der jetzt zum Austritt von 15 Aktiven aus der Lütgenroder Wehr geführt hat, ist nach Aussagen von Ortsbrandmeister Christian Vogel nur die Spitze des Eisbergs. „Lütgenrode wird seit längerer Zeit übergangen“, kritisiert er.

Als Beispiel nennt er das Zukunftspapier von Nörten, in dem Lütgenrode ohne zu fragen einfach verplant wurde. Außerdem habe es im Gemeindekommando Aussagen wie „Um etwas zu erreichen, müssen wir halt auf 15 Kameraden verzichten“ gegeben. Das sei für die Wehr äußerst demotivierend, sagt Vogel.

„Es wurde ein Grund gesucht, um Lütgenrode einen reinzuwürgen, da wir der geplanten Fusion auf Feuerwehrebene mit Nörten nicht zustimmen“, schildert Vogel den Sachverhalt aus seiner Sicht.

Es ginge auch anders, wenn Lütgenrode mit alarmiert würde und dann acht Atemschutzgeräte statt sechs zur Verfügung stehen würden. Das hätten die Lütgenroder vorgeschlagen, aber Nörten wollte das nicht.

Abträgliche Äußerungen

Außerdem habe es laut Vogel sehr abträgliche Äußerungen aus dem Gemeindekommando, in dem es keinen Zusammenhalt gebe, gegen Lütgenrode gegeben. Vogel stellt klar, dass der jetzige Protest keineswegs nur eine Reaktion auf den Tausch des Fahrzeugs, sondern auch die Gesamtsituation des Kommandos ist.

„Die anderen hacken immer auf Lütgenrode herum, um ihre eigenen Probleme zu verstecken. So hatte Parensen beispielsweise bei einem Einsatz keine Fahrer, der Wagen musste stehen bleiben. Auch in Nörten ist das schon vorgekommen. Lütgenrode hingegen hat genug Fahrer, denn 88 Prozent der Aktiven können das Auto fahren.“

Für Vogel dreht sich zuviel um die Atemschutzgeräteträger. „Gibt es denn keinen Wassertrupp und Schlauchtrupp mehr, sondern nur noch Angriffstrupps?“, fragt er.

Auch bei der Einsatzkleidung liege Lütgenrode ganz hinten. „Bei uns gibt es immer noch welche mit Gummistiefeln und dünnen, alte Stoffjacken. Neue Einsatzjacken seien seit Jahren beantragt.

Die „Kriegserklärung“, wie in der HNA zu lesen war, will Vogel so nicht stehen lassen. Aber er macht auch klar: „Wir lassen uns nicht alles gefallen. Es geht ums Prinzip, Gerechtigkeit und Gleichheit bei der Feuerwehr.“

Die Lütgenroder hätten nie große Forderungen gestellt, sich sogar mit einem gebrauchten Fahrzeug abgefunden, wofür sie ausgelacht worden seien. „Seit Jahren sind die Fliesen im Feuerwehrhaus locker und müssten erneuert werden. Der Termin dafür stand schon fest, wurde aber zugunsten anderer gekippt.“

Für Vogel ist der Fahrzeugtausch überflüssig. „Beide Fahrzeuge haben vier Atemschutzgeräte. Unser altes Auto muss umgebaut werden, damit sechs Geräte drauf passen. Beim Parensener Fahrzeug ist ebenfalls ein Umbau erforderlich, damit sechs Geräte drauf passen.“

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