Weiße Schönheiten: Züchter präsentierten Charolais-Rinder in Northeim

Ein Prachtstück: Dieses Charolais-Rind namens Honk (Nr. 28) züchtete der Franzose Ernest Hoeffel aus dem elsässischen Walbourg. Foto: Niesen

Northeim. Mit einer Rekordbeteiligung von 99 Tieren fand zum zehnten und letzten Mal die Bundesjungviehschau des Verbandes der Deutschen Charolais-Züchter in der Northeimer Tierzuchthalle am Sollingtor statt. Grund für den Abschied aus Northeim ist die Aufgabe der Tierzuchthalle.

Der Hauptnutzer, die Zuchtrinder-Vermarktungsgesellschaft Masterrind aus Verden, wird ins Gewerbegebiet in Hevensen bei Hardegsen umziehen und die Halle aufgeben. Angestrebt wird ein Verkauf an einen Viehhändler. Die Halle verfügt über Platz für 70 Tiere im Laufstall und weitere 80 an Anbindeplätzen.

Schauleiter Friedrich Averbeck und Züchter bedauern den Umzug. Zwar sei die Tierzuchthalle in die Jahre gekommen, Northeim liege jedoch verkehrsgünstig. Im kommenden Jahr wird die Veranstaltung in einem großen landwirtschaftlichen Betrieb im thüringischen Teichenröda bei Erfurt stattfinden.

Dessen ungeachtet konzentrierten sich die Züchter der großen Fleischrindrasse mit ihrem unverwechselbaren Aussehen auf die vorgestellten Jungtiere beiderlei Geschlechts aus Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Vor dem großen Auftritt im Rund der Zuschauertribünen, wurden die Schönheiten in Weiß und Creme noch einmal bestens herausgeputzt. Jede Locke sollte perfekt liegen. Mit Kämmen wurde im Zweifelfall gerichtet.

„Die Qualität ist gut. Die Züchter verfügen über eine Supergenetik“, lobte Averbeck. Besonders freut ihn, das acht von den insgesamt 46 Züchtern erstmals die Jungviehschau beschickten. In Deutschland sind 517 Zuchtbetriebe registriert, die rund 10.000 Tiere halten. Davon sind nach Verbandsangaben 8485 Herdbuchkühe registriert. Das sind 14,3 Prozent alle Herdbuchkühe.

Die größten Herden sind in Mecklenburg, Brandenburg und Niedersachsen zu finden. Aus dem Landkreis Northeim beteiligte sich Klaus-Dieter Golze aus Dassel an der Jungviehschau.

„Der Bestand ist in etwa gleichbleibend“, sagte Averbeck. Hauptgrund dafür seien die hohen Bodenpreise, die unter anderem eine Folge der Biogasentwicklung und der starken Veredlung beispielsweise im Nordwesten Niedersachsens seien.

Das Fleisch des muskulösen, weißen Rinds wird von Genießern geschätzt. Es gilt als mager, gleichwohl durchziehen feine Fettäderchen das Fleisch und geben ihm seine typische Marmorierung mit einem unverwechselbaren und aromatischen Geschmack.

Von Hans-Peter Niesen

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