Landwirte machen auf prekäre Lage aufmerksam

Sinkende Butterpreise auch für Milchbauern im Landkreis Northeim ein Problem

Gedeckter Tisch mit einem Stück Butter und einem beschmierten Butterbrot
+
Die Butter soll im Lebensmittelhandel billiger angeboten werden.

Der Streit um die Butterpreise geht weiter.

Northeim – Den Milchbauern im Landkreis Northeim drohen weitere Einkommenseinbußen. Davon geht Gerhard Rudolph, Geschäftsführer des Kreisbauernverbands Northeim-Osterode, aus, nachdem die Molkereien und der Lebensmittelhandel für die nächsten beiden Monate niedrigere Preise für Butter vereinbart haben.

„Für die betroffenen Landwirte setzt sich damit die negative Entwicklung leider fort“, sagt Rudolph. Die Milchpreise seien im Vorjahr zwar nicht deutlich gesunken, aber die gestiegenen Kosten hätten unter dem Strich zu Verlusten geführt. Im Wirtschaftsjahr 2017/18 habe der Milchpreis noch bei 35,5 Cent pro Kilo gelegen. 2019/20 seien es dann 32,7 Cent gewesen, und angesichts der aktuellen Entwicklung sei zu befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzt. „Auch für unsere Milchviehbetriebe ist das ein großes Problem“, so Rudolph. „Das ist so nicht weiter hinnehmbar.“

Auf die prekäre Notlage vieler Betriebe hat auch der Verein „Land schafft Verbindung“ (LSV), dem viele Landwirte aus der Region angehören, jetzt erneut aufmerksam gemacht. „Während auf dem Weltmarkt die Butterpreise steigen, werden in Deutschland vom Lebensmitteleinzelhandel Tiefstpreise durchgesetzt“, bringt Arne Röttcher aus Lagershausen die aus Sicht der Bauern nicht nachvollziehbare aktuelle Entwicklung auf den Punkt und verweist darauf, dass sich der LSV jetzt direkt an die Bundeskanzlerin gewandt habe.

Unter dem Motto „Wir lassen uns nicht unterbuttern“ fordert der LSV-Vorstand in einem auch an den Milch-Industrieverband (MIV) und den Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) adressierten Schreiben eine Erklärung der jetzt getroffenen vertraglichen Regelungen sowie eine Untersuchung durch das Bundeskartellamt. Angesichts dieser Verträge werde man noch energischer als bisher für die Zukunft der Bauern kämpfen, so der LSV-Vorstand.

Den wirtschaftlichen Akteuren wirft der LSV „rücksichtslosen Egoismus“ vor und er weist eindringlich darauf hin, dass eine weitere Eskalation des Konflikts nicht ausgeschlossen sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.