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Weitere Holzfällarbeiten im Northeimer Wieterwald nötig

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Von: Niko Mönkemeyer

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Sperrschild wegen Holzfällarbeiten hängt über einem Waldweg
Ab der kommenden Woche werden im Bereich des Northeimer Stadtwaldes wieder zahlreiche Wege gesperrt. Dieses Foto entstand am Wieterrand, wo bereits im Oktober Buchen gefällt wurden. © Niko Mönkemeyer

Aufgrund weiterer Holzfällarbeiten werden ab der kommenden Woche der befestigte Rundweg und Waldwege geseperrt.

Northeim – Als verantwortlicher Förster hat Jonas Fürchtenicht für den Umgang mit den Buchen im Northeimer Wieterwald nur zwei Möglichkeiten: ihnen beim Sterben zuzuschauen, bis sie von allein auseinanderbrechen und umfallen, oder sie zu fällen und das Holz noch zu vermarkten. Da er sich für Letzteres entschieden hat, müssen sich die Northeimer erneut auf umfangreiche Baumfällarbeiten und entsprechende Sperrungen des Wieterrundweges sowie zahlreicher Waldwege einstellen.

Sonnenbrand löst Rinde ab: Förster Jonas Fürchtenicht neben einer abgestorbenen Buche.
Sonnenbrand löst Rinde ab: Förster Jonas Fürchtenicht neben einer abgestorbenen Buche. © NIKO MÖNKEMEYER

„Wir werden in der kommenden Woche damit beginnen, im Bereich des Wieterkamms die geschädigten Buchen zu entfernen, aber angesichts der Massen, die eingeschlagen werden müssen, wäre die Arbeit mit Motorsägen dort viel zu gefährlich“, sagt Fürchtenicht und kündigt an, dass bei den Arbeiten ein sogenannter Highland-Harvester eingesetzt werden soll, ein Spezialgerät, das wie ein Panzer mit Ketten ausgestattet ist und auch auf extremen Hanglagen arbeiten kann.

„Egal, wo man auf dem Wieterkamm steht und sich umschaut – im Umkreis sieht man jedes Mal 15 bis 20 Buchen, die gefällt werden müssen“, macht Fürchtenicht das Ausmaß der Schäden deutlich. Nachdem die Fichte im Wieter schon lange kein Thema mehr sei, sei nun die Buche der neue Problembaum.

Das könne mittlerweile selbst der Laie erkennen, denn an zahllosen Buchenstämmen hänge die Rinde nur noch in Fetzen.

„Das ist Sonnenbrand“, erklärt Fürchtenicht und betont, dass sich dieses Problem mit jedem abgestorbenen Baum, der keinen Schatten mehr spendet, verstärkt. Gerade die Baumstämme auf dem Wieterkamm seien den ganzen Tag der Sonneneinstrahlung ausgesetzt, und ein weiteres Probleme für die Buche sei an diesem Standort die Beschaffenheit des Bodens.

„Der hat einen hohen Skelettanteil“, sagt Fürchtenicht und erklärt, dass Forstleute damit schlicht und einfach meinen, dass sich viele Steine im Boden befinden. „Und die speichern nun einmal im Gegensatz zu Ton kein Wasser, sodass die Buchen als Folge der vielen Trockenperioden auf dem Wieterkamm einfach vertrocknen.“

Wie kompliziert und unberechenbar die Natur manchmal ist, erklärt Fürchtenicht anhand einer anderen Baumart, nämlich der Esche. Der müsste es mittlerweile auf dem Wieterkamm eigentlich auch zu trocken sein. Dennoch fühlt sie sich dort inzwischen wohler als ihre Artgenossen in den tieferen, feuchteren Lagen, wo ihnen das sogenannte „Falsche Weiße Stengelbecherchen“, ein eingeschleppter Pilz, schon seit mehreren Jahren das Leben schwer macht (wir berichteten). „Die Trockenheit macht dem Pilz offensichtlich noch mehr zu schaffen als der Esche selbst, sodass die Bäume hier oben vom Eschentriebsterben weniger oder gar nicht betroffen sind.“

Wie sich der Wieterwald in den nächsten Jahrzehnten und Jahrhunderten weiterentwickeln wird, ist laut Fürchtenicht derzeit nicht absehbar. Aber dass die Buche hier künftig wieder gedeihen könnte, glaubt er nicht. „Derzeit sieht es so aus, als käme die Hainbuche mit den Standortbedingungen gut zurecht“, sagt er und nennt neben der Esche den Bergahorn, den Spitzahorn und die Elsbeere als potenzielle Gewinner des Klimawandels. (Niko Mönkemeyer)

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