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Weizen bereitet Bauern im Landkreis Northeim Sorgen

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Von: Niko Mönkemeyer

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Landewirt hockt im Weizenfeld und hält Ähren in den Händen
Sorgenkind Weizen: Der Northeimer Landwirt Manfred Voß geht davon aus, dass die Ernte nicht besonders gut ausfallen wird.. © Mönkemeyer, Niko

Die Landwirte im Kreis Northeim rechnen mit einer katastrophalen bis durchschnittlichen Weizenernte.

Northeim – Bislang ist die Ernte auf den Feldern im Landkreis Northeim besser verlaufen, als viele befürchtet hatten. Aber die Hoffnung, dass das auch für die Feldfrüchte gelten könnte, die in diesem Jahr erst noch geerntet werden müssen, schwindet angesichts der anhaltenden Trockenheit immer mehr.

So beschreibt Claus Hartmann aus Kalefeld, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Landvolk Northeim-Osterode, auf HNA-Anfrage die aktuelle Situation und die derzeitigen Erwartungen der Bauern im Landkreis Northeim. „Mit der Wintergerste und dem Raps können wir zufrieden sein, auch wenn es je nach Standort unterschiedliche Ergebnisse gegeben hat, aber die Weizenernte wird wohl katastrophal bis durchschnittlich ausfallen“, sagt Hartmann.

Porträt Claus Hartmann
Claus Hartmann, Vorsitzender Landvolk Northeim-Osterode. © Claus Hartmann

Im Gegensatz zu anderen Teilen Deutschlands, wo die Landwirte bereits Anfang Juli aufgrund der anhaltenden Trockenheit die Reißleine hätten ziehen mussten, sei eine Noternte in der hiesigen Region bislang zwar kein Thema, aber die zunehmende Ohnmacht der Bauern gegenüber der Trockenheit nage mittlerweile heftig am Nervenkostüm vieler Kollegen.

„Da kann man als Landwirt auf dem Acker alles richtig gemacht haben, aber wenn das Wasser fehlt, war die Arbeit umsonst“, betont Hartmann. Die Abhängigkeit vom Wetter sei für die Landwirtschaft natürlich kein neues Phänomen, aber es habe sich mittlerweile deutlich verstärkt, weil es den guten alten Landregen, der – lang anhaltend, gleichmäßig und nicht sehr heftig fallend – für Feuchtigkeit im Boden sorge, kaum noch gebe. „Stattdessen gibt es immer häufiger lokal begrenzte Schauer, und dann muss man schon richtig Glück haben, wenn die eigenen Felder etwas davon abbekommen.“

Auch die Ernte der Sommergerste werde im Kreis Northeim sehr ernüchternd ausfallen, erwartet Hartmann. Das gelte derzeit auch noch für den Mais und die Zuckerrüben. Die machten auf einigen Standorten schon einen erbärmlichen Eindruck, aber bis zu deren Ernte im September und Oktober könne ja noch Regen kommen.

Temperaturen von fast 40 Grad haben laut Landvolk-Pressedienst dafür gesorgt, dass die Pflanzen auf den Feldern mittlerweile eindeutige Trockenstressmerkmale ausgebildet haben. Viele Maispflanzen haben bereits ihre Blätter aufgerollt und sind erheblich kleiner als gewöhnlich zu dieser Jahreszeit. Auf den Rübenäckern sind vermehrt sogenannte „schlafende“ Zuckerrüben, also Pflanzen, deren Blätter flach am Boden liegen, zu sehen. (Niko Mönkemeyer)

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