Stadt- und Kreisbrandmeister: Brandschutz weiterhin gewährleistet

Zu wenig Aktive: Schnedighäuser Feuerwehr wird aufgelöst

Schnedinghausen. Mit der Freiwilligen Feuerwehr Schnedinghausen wird die erste Wehr im Stadtgebiet geschlossen. Der Beschluss wurde jetzt gefasst, so Kreisbrandmeister Bernd Kühle.

Kühle wie auch Northeims Stadtbrandmeister Günther Brünig bedauern diesen Schritt sehr. „Wir haben alles versucht, aber die Schnedinghäuser Kameraden wollten einfach nicht“, so Brünig. Die verbliebenen vier oder fünf Aktiven, die noch am Dienstbetrieb teilgenommen hatten, hätten sich laut Brünig der Feuerwehr Berwartshausen anschließen oder eine Löschgruppe der Feuerwehr Höckelheim werden können.

Stattdessen sei aus den Reihen der Schnedinghäuser in einer außerordentlichen Dienstversammlung der Anstoß gekommen, die Feuerwehr aufzulösen. Als nächstes muss der Stadtrat einen entsprechenden Beschluss fassen, dann ist die Feuerwehr Schnedinghausen, die vor drei Jahren ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hat, Geschichte.

Kühle und Brünig weisen mit Nachdruck darauf hin, dass der Brandschutz für Schnedinghausen durch die Wehren Berwartshausen, Hillerse und Höckelheim gewährleistet ist. „Wir haben die Alarmierungen schon dementsprechend umgestellt“, so Brünig. Hauptgrund für das Aus für die Wehr in Schnedinghausen ist fehlender Nachwuchs, so die beiden Feuerwehr-Chefs. Hinzu komme, dass viele Menschen nicht mehr in Northeim und Umgebung arbeiten und damit tagsüber nicht verfügbar sind. „Außerdem sind vielen Freizeit und Familie wichtiger“, sagt Brünig.

Er und Kühle setzen für die Zukunft auf Jugendarbeit und Brandschutzerziehung in den Kindergärten. „Und wir müssen der Öffentlichkeit zeigen, wie attraktiv und abwechslungsreich unsere Arbeit ist“, so Kühle.

Hintergrund

Aktuell gibt es 16 Ortsfeuerwehren im Stadtgebiet Northeim - mit der Auflösung der Schnedinghäuser Wehr sind es demnächst nur noch 15.

Die Ortswehr Northeim ist die einzige Schwerpunktfeuerwehr (mindestens 42 Aktive), Stützpunktfeuerwehren (mindestens 36 Aktive) gibt es in Langenholtensen und Höckelheim. In den anderen 13 Ortschaften gibt es Feuerwehren mit Grundausstattung, die mindestens 22 aktive Einsatzkräfte haben müssen.

Das Niedersächsische Brandschutzgesetz schreibt vor, dass Feuerwehren, die über einen gewissen Zeitraum die Mindeststärke nicht vorweisen können, aufgelöst werden müssen.

Rubriklistenbild: © dpa

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