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Weniger Ware für die Northeimer Tafel

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Von: Niko Mönkemeyer

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Betriebsleiter Kaune mit zwei Mitarbeiterinnen hinter einigen Kisten mit Obst und Gemüse
Die Warenausgabe wird vorbereitet: Karsten Kaune, Betriebsleiter der Northeimer Tafel, mit Elisabeth Happel und Tatjana Spinger (rechts). © Mönkemeyer, Niko

Die Arbeit für die Northeimer Tafel wird komplizierter.

Northeim – Die Auswirkungen des Ukraine-Krieges erschweren die ehrenamtliche Arbeit der Northeimer Tafel – nicht nur, weil jetzt zusätzlich geflüchtete Menschen aus der Ukraine mit versorgt werden, sondern weil in den Supermärkten auch immer weniger Ware übrig bleibt, die der Tafel zur Verfügung gestellt werden kann.

„Vor dem Krieg hatten wir an unseren Ausgabe-Tagen rund 100 Einkäufe, jetzt sind es 130“, beschreibt Tafel-Betriebsleiter Karsten Kaune die aktuelle Situation. Und die sei ja aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin schon ziemlich schwierig gewesen. „Bislang hat sich aber unser Corona-Konzept bewährt, und bislang hat sich bei der Warenausgabe hier auch noch keiner angesteckt“, betont Kaune. „Allerdings ist es schon sehr zeitaufwendig, wenn an den Ausgabetagen immer nur eine Familie den Laden betreten darf.“

Wolfgang Bauer
Wolfgang Bauer © Privat

„Aus unserer Statistik geht hervor, dass es auch vor dem Krieg schon in den ersten beiden Monaten dieses Jahres im Vergleich zum vergangenen Jahr einen erhöhten Bedarf gegeben hat“, ergänzt Wolfgang Bauer, Vorsitzender des Vereins und erklärt, dass etwa zehn Prozent mehr Menschen die Tafel in Anspruch genommen hätten. Derzeit würden 33 Familien aus der Ukraine betreut. „Das sind aber bislang alles Menschen, die bereits privat hier in der Region aufgenommen wurden“, betont Bauer. Angesichts der zu erwartenden Zahl an Menschen aus der Ukraine, die in den nächsten Wochen zusätzlich kommen werden, sei damit zu rechnen, dass die Tafel noch sehr viel mehr in Anspruch genommen wird. Vor dem Hintergrund, dass es mittlerweile insbesondere im Bereich von Öl, Mehl und anderen Grundnahrungsmitteln schon wieder Hamsterkäufe gibt, sei das natürlich ein Problem, weil dann erst recht nichts für die Tafeln übrig bleibe.

„Sogar im Zentrallager der Tafeln in Bremen, das wir von Northeim aus auch anfahren, um Produkte hier nach Northeim zu holen, wird es langsam eng“, sagt Kaune. Insgesamt sei festzustellen, dass die Quellen, aus denen die Tafeln ihre Ware beziehen, immer mehr versiegen. (Niko Mönkemeyer)

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