Weniger Ware im Northeimer Handel

Einzelhändler beklagen Lieferengpässe und höhere Preise

Weihnachtsdeko und -geschenke sollten rechtzeitig gekauft werden, empfiehlt Axel Francke, denn in fast allen Bereichen gibt es in diesem Jahr Lieferengpässe.
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Weihnachtsdeko und -geschenke sollten rechtzeitig gekauft werden, empfiehlt Axel Francke, denn in fast allen Bereichen gibt es in diesem Jahr Lieferengpässe.

Mit Lieferschwierigkeiten und erhöhten Preisen muss sich zurzeit der Northeimer Handel befassen.

Northeim – „Wir haben nur rund 50 Prozent der bestellten Saisonware erhalten, obwohl wir schon im Frühjahr bestellt haben“, berichtet Axel Francke von „Francke Wohn- und Tischkultur“. Da sich die Situation abgezeichnet habe, habe er zum Glück schon über Bedarf bestellt gehabt.

Dennoch, die Lieferprobleme gebe es bei fast allen Bereichen von Geschenkartikeln über Weihnachtsdeko bis zu Kochtöpfen und Bratpfannen. Zudem seien die Preise bei den Lieferanten deutlich gestiegen, bis zu fünf Prozent, das könne man nicht alles abfangen, so Francke.

Ralf Teichert, vom gleichnamigen Elektrofachmarkt, schildert, dass es seit Coronabeginn und dem Umzug vieler ins Homeoffice, Engpässe im PC-Bereich und insbesondere bei Druckern geben würde. Hinzu käme der Mangel an Mikrochips, sodass sich auch bei der Weißen Ware (Gefrierschränke, Geschirrspüler und so weiter) einige Lieferanten „schwertun würden“. Manche Hersteller seien sogar dazu übergegangen, Geräte wieder mit analoger Technik herzustellen. Für das Weihnachtsgeschäft habe man vorausschauend eingekauft und Ware auf Lager. Bislang hätten sich Preissteigerungen noch nicht durchgesetzt, aber vielleicht käme das noch, so Teichert.

Lena Finkbeiner von Papierus (Archivfoto)

Lena Finkbeiner von Papierus kennt Lieferschwierigkeiten bei Rucksäcken, die aus dem asiatischen Raum kommen. Zeitweise hätte es auch schon Engpässe bei einigen feinen Papieren gegeben. Mit 2 bis 5 Prozent Preissteigerungen, im Papierbereich sogar mit 5 bis 10 Prozent sei zu rechnen.

Tobias Janus, Buchhandlung Grimpe, hatte zeitweise Lieferprobleme bei Kinderscheren und Linealen. Im Buchsegment habe er von Spitzentiteln schon mehr für das Weihnachtsgeschäft geordert. Denn Nachproduktionen würden bei den Verlagen deutlich länger dauern.

Francke empfiehlt, in diesem Jahr schon rechtzeitig an den Geschenkeinkauf für Weihnachten zu denken, denn mit dem Nachordern würde es bestimmt in fast allen Bereichen schwierig werden. (Von Rosemarie Gerhardy)

Corona sorgt für weltweite Lieferengpässe

Auch deutsche Verbraucher werden nun von den internationalen Lieferengpässen getroffen. Da unter anderem einige chinesische Großhäfen zeitweise coronabedingt geschlossen wurden, blieb die Ware dort stecken und in der Folge stiegen auch die Kosten für den Frachtverkehr. Laut dem Institut für Weltwirtschaft sind allein 2021 die Preise im Containerverkehr um etwa das Doppelte gestiegen. Das führt nun zu erhöhten Preisen und weniger Angebot in Europa. (rom)

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