Ab Mai werden Spundwände für Northeims Bahnhofsunterführung gerammt

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Ungewohntes Bild: Das Foto zeigt einen Blick auf die Großbaustelle auf den Bereich zwischen den beiden Bahnunterführungen am Northeimer Bahnhof. Hier werden ab Mai Spuntwände gerammt, um die Straße 1,40 Meter tiefer legen zu können.

Northeim. Auf der Baustelle zur Erneuerung der Bahnunterführungen am Northeimer Bahnhof herrscht derzeit etwas weniger Baubetrieb, als in den Wochen davor.

Das sei so geplant, sagt dazu Projektleiter Alexander Karrasch von der Projektbau GmbH der Deutschen Bahn, die für die Bauarbeiten verantwortlich ist. Die letzten Aprilwochen seien für eher unspektakuläre Leitungsverlegungen reserviert.

HNA-Leser hatten die vermeintliche Ruhe auf der Großbaustelle zum Anlass genommen, bei der Heimatzeitung nachzufragen, ob es Probleme mit dem Zeitplan gebe. Das sei nicht der Fall, sagt Bauleiter Karrasch. Die Arbeiten für die Fundamente der Hilfsbrücken, die Ende August eingesetzt werden, damit die alten Bahnbrücken erneuert werden können, seien beendet.

Telefon, Gas, Wasser, Strom

Der Rest des Aprils sei für die Verlegung von Versorgungsleitungen der Telekom und der Stadtwerke (Wasser, Gas und Strom) vorgesehen, wobei einige Leitungen auch in provisorische Kabeltröge verlegt würden.

Noch einmal Bombenschau

Ab kommenden Montag gebe es für eine Woche auf dem gesamten Baugelände noch einmal so genannte Kampfmittelsondierungen. Hintergrund: Das Northeimer Bahnhofgelände war Ende des zweiten Weltkriegs zweimal bombardiert worden, und es soll jetzt noch einmal intensiv nachgeschaut werden, ob im Bereich der Trogbaustelle Blindgänger liegen. Bereits im Juni vorigen Jahres hatte es den Verdacht auf zwei Blindgänger gegeben, der sich aber als haltlos herausstellte. Nach Evakuierung der Stadt in einem Radius von einem Kilometer rund um den Bahnhof stießen die Entschärfungsexperten lediglich auf ein Kabel und ein Metallrohr.

Ab Montag, 2. Mai, sollen auf der Baustelle die Rammarbeiten für den Einbau von Spundwänden erfolgen, fährt Projektleiter Karrasch fort. Dann wird mit Sicherheit wieder mehr Leben auf der Baustelle sein. „Und es wird leider auch wieder lauter werden.“

Spundwände gegen Wasser

Der Einbau der Spuntwände sei nötig, um die Baustelle wasserdicht zu machen. Grund: der 206 Meter lange Trog, in dem die Bundesstraße verlaufen soll, wird um bis zu 1,40 Meter tiefer gelegt als die bisherige Fahrbahn, um die Durchfahrtshöhe an den Unterführungen von vier auf 4,50 Meter zu erweitern. Um zu verhindern, dass sich die Grube beim Aushub mit Grundwasser füllt, müssten die Spundwände eingebracht werden.

Der Abriss der alten Bahnbrücken ist laut Karrasch ab Ende August vorgesehen. Per Kran würden zuerst die Behelfsbrücken eingesetzt, und dann sofort die alten Brücken herausgehoben. Dies passiere sechsmal hintereinander, so viele Einzelbrücken gebe es. Der Austausch der Brücken werde unter Betrieb der Bahnstrecke vorgenommen, wobei die Züge jeweils über die Brücken daneben umgeleitet würden. Fertig sein soll die Unterführung im Herbst 2018.

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