Jeder Jugendliche soll jetzt profitieren

Werk-statt-Schule übernimmt Jugendwerkstatt

Holzarbeit: Die Geschäftsführerin vom Verein Werk-statt-Schule Christine Huster (Mitte) mit dem neuen Team und den Jugendlichen in der Werkstatt. Mit dabei ist auch Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (Mitte, hinten). Hier lernen die jungen Menschen, Holz zu verarbeiten. Foto: Hartung

Northeim. Einen neuen Träger hat jetzt die Jugendwerkstatt „Arbeit und Leben" in Northeim, die bisher von der Stadt getragen wurde.

Weiterhin sollen Jugendliche in der Werkstatt Beratung und Hilfe zur beruflichen Orientierung erhalten. Aber es gibt auch eine deutliche Veränderung. Unter der Förderung des Jobcenters stand das Angebot überwiegend Teilnehmern offen, die Arbeitslosengeld II beziehen. Jetzt soll jeder Jugendliche von der Werkstatt profitieren.

Ende 2014 hatte sich das Jobcenter aus der Förderung zurückgezogen. „Es hat sich für das Jobcenter nicht mehr gelohnt. Denn es waren immer weniger junge Menschen gemeldet, weil viele heute deutlich schneller einen Ausbildungsplatz oder Arbeit finden“, erklärt Christine Huster, die Geschäftsführerin des Trägervereins.

Die Werk-statt-Schule wird das Angebot jetzt für alle jungen Erwachsenen von 14 bis 27 Jahren, die Förderung und Unterstützung im Übergang zwischen Schule und Beruf benötigen, öffnen. „Die Teilnehmer kommen freiwillig zu uns“, sagt Vera Engelhardt, die handwerkliche Leiterin der Werkstatt. Insbesondere Flüchtlinge und Asylanten sollen künftig einen großen Teilnehmerkreis ausmachen, sagt Engelhardt weiter. „Das sind hochmotivierte junge Menschen. Die können vom Lernen gar nicht genug bekommen.“

Auszeit von der Schule 

Neben Jugendlichen, die keinen Ausbildungsplatz finden, will der Verein auch Schüler unterstützen, die eine Auszeit vom Schulalltag brauchen. „In der Werkstatt können sie sich zum Beispiel am Holzbau versuchen oder Kreativangebote wahrnehmen“, erklärt Huster.

Ziel sei dabei, die Jugendlichen zu motivieren, die Schule weiter zu besuchen und einen Abschluss zu erreichen. „Wir wollen über praktisches Tun motivieren“, betont Engelhardt.

Beim Besuch in der Jugendwerkstatt, bedankte sich Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser beim Verein für die Übernahme der Trägerschaft. „Ich bin froh, dass wir eine professionelle Nachfolge gefunden haben.“ Er sagte zu, den Standort zu verfestigen und weiter auszubauen.

Sechs bis 24 Monate können Jugendliche in der Werkstatt verbringen. 30 Stunden lang ist eine Arbeitswoche. Gefördert wird das Projekt durch den Europäischen Sozialfonds und das Land Niedersachsen.

Die Werk-statt-Schule hat außerdem die Weiterförderung durch die Jugendstiftung des Landkreises Northeim beantragt.

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