KSN-Neujahrsempfang im Zeichen der europäischen Geldpolitik

KSN-Neujahrsempfang: Das Werkzeug „Zins“ ist stumpf geworden

Begrüßung: KSN-Chef Guido Mönnecke richtete in seiner Rede vor 700 Gästen seinen Blick vor allem auf die Situation des europäischen Finanzmarktes. Fotos:  Jelinek

Northeim. Zum Neujahrsempfang der Kreis-Sprkasse Northeim waren am Freitagabend 700 Gäste in die KSN-Zentrale gekommen.

Die negativen Begleiterscheinungen der Politik der Europäischen Zentralrat (EZB) prägten die Begrüßungsrede des Vorstandsvorsitzenden der Kreis-Sparkasse Northeim (KSN), Guido Mönnecke. Die positiven Zahlen der KSN aus dem vergangenen Jahr hob er sich für den Schluss auf .

„Der Zins verliert seine Steuerungsfunktion“, kritisierte Mönnecke. Als Beispiel für mögliche negative Folgen nannte er den Boom auf dem amerikanischen Hypothekenmarkt, der zum Ausbruch der Finanzmarktkrise 2007/2008 führte.

Zwar gebe es in Deutschland keine Anzeichen für eine Immobilienblase. Aber die Null-Zins-Politik der EZB, die eine sinkende Differenz zwischen Kredit- und Einlagenzinsen nach sich ziehe, führe zu anderen negativen Folgen, vor allem für den Mittelstand, aber auch für die Alterssicherung der Menschen.

Während Großunternehmen sich zunehmend mit Anleihen direkt an den Kapitalmärkten mit Geld versorgten und ihre Bankverbindlichkeiten abbauten, werde es für kleine und mittelständische Betriebe, zunehmend schwieriger Kredite zu bekommen. Der Grund: Das Risiko des Kreditausfalls werde bei ihnen höher eingeschätzt. Angesichts der geringeren Rendite im Kreditgeschäft können sich die Banken solche Verluste nicht mehr leisten.

Auch die private, staatlich geförderte Altersvorsorge („Riester-Rente“) leidet nach Mönneckes Worten unter dem extrem niedrigen Zinsniveau. Wegen der niedrigen Renditen der sicher angelegten Kapitalanlagen reichten die Grund- und Kinderzulagen des Staates nicht ansatzweise aus, die Versorgungslücke der Menschen zu schließen, Altersarmut drohe.

Staat sollte mehr fördern 

Das Geld, dass der Bund wegen der geringen Zinsen bei der Finanzierung seiner eigenen Schulden spare, so Mönnecke, könnte teilweise genutzt werden, um diese Versorgungslücke zu schließen.

Auch die Betriebsrenten von mittelständischen Unternehmen schrumpften, da die Rücklagenbildung wegen der geringen Verzinsung zu teuer werde.

„Die private und betriebliche Altersvorsorge steht auf tönernen Füßen“, betonte Mönnecke. „Hier muss nach meiner Überzeugung deren Solidität durch neue Anreize wieder gestärkt werden.“

KSN feiert Jubiläum

Mönnecke erinnerte daran, dass die KSN und ihre Siftungen durch Spenden und Sponsoring seit langem Kultur, Sport sowie soziales Engagement unterstützten. Aus Anlass ihres Jubiläums - die KSN feiert 2016 ihr 150-jähriges Bestehen -, so kündigte der KSN-Chef an, will die Kreis-Sparkasse in diesem Jahr im Rahmen einer Aktion „Wir sagen danke“ 150 Projekte von Vereinen, Institutionen, Kindergärten oder Schulen mit jeweils 1000 Euro fördern.

Die KSN wurde am 5. November 1866 als Amtssparkasse zu Northeim gegründet. Mönnecke: „Aus einer Sparsammelstelle für Tagelöhner, Arbeiter und Ackerbauern wurde ein regional bedeutendes Unternehmen.“

Neujahrsempfang der Kreis-Sparkasse Northeim

Bilanz des Jahres 2015 

Die Kreis-Sparkasse Northeim hat nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden Guido Mönnecke ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Bilanzsumme stieg 2015 nach seinen Worten um 3,1 Prozent auf 1,25 Milliarden Euro.

Die Summe der Kredite nahm um 3,2 Prozent auf 964 Millionen Euro zu. Dabei stieg das Firmenkundengeschäft um 4,7 und der Bereich der privaten Wohnungsfinanzierung um fast drei Prozent. Insgesamt wurden nach Mönneckes Worten im vergangenen Jahr Darlehensvereinbarungen mit einer Gesamstumme von 170 Millionen Euro geschlossen.

Die Kundeneinlagen (einschließlich verwahrter Wertpapiere und Investmentfondsanteile) wuchsen um fünf Prozent auf 1,13 Milliarden Euro.

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