Afrikanische Schweinepest

Jäger im Landkreis Northeim haben Wildschweine im Visier

Von Wildschweinen kann die Afrikanische Schweinepest auf Hausschweinbestände übergreifen.
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Von Wildschweinen kann die Afrikanische Schweinepest auf Hausschweinbestände übergreifen.

Kreisjägermeister Dietmar Grüning (Einbeck) hat wegen der drohenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) einen flammenden Appell an die Jäger gerichtet, die Bejagung des Schwarzwildes noch intensiver zu betreiben.

Northeim - Der Aufruf des Kreisjägermeisters in der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Northeim in der Northeimer Stadthalle wird durch die Ausbreitung der ASP im Osten Deutschlands verursacht. „In Sachsen und Brandenburg sind bereits über 2000 Fälle bei Wildschweinen und über 300 bei Hausschweinen festgestellt worden“, berichtete er.

Im vergangenen Jahr erlegten die Jäger im Landkreis 3645 Schwarzkittel. „Das ist trotz der Corona-Pandemie, in der viele Drückjagden zur Reduzierung des Schwarzwildes ausgefallen sind, die zweithöchste Strecke nach 2017“, sagte Grüning. Damals wurden 4210 Wildschweine geschossen. Grüning lobte die intensive Bejagung, aber: „Wenn noch mehr geschossen werde, wäre das besser.“

An den Zahlen ist nach Grüning abzulesen, dass der Bestand hoch sei und weiter reduziert werden müsse. Grüning: „Wenn wir die ASP bekommen, drehen sich die Uhren anders.“ Er verwies auf das Beispiel der östlichen Länder, in denen Gebiete wegen der hochansteckenden und stets tödlich verlaufenden Krankheit inzwischen fest eingezäunt worden seien, um ihre Verbreitung zu verhindern.

Glücklicherweise ist die ASP für den Menschen ungefährlich. Grüning forderte die Jäger zudem auf, von jedem Schwarzwildkörper (Fallwild), der gefunden wird, eine Blutprobe zu nehmen. Sie dient nicht nur zur Erkennung der ASP, sondern auch der Aujeszkyschen Krankheit, die von einem ebenfalls hochansteckenden Virus ausgelöst wird und beispielsweise auch Hunde befallen kann.

Um einen Anreiz zur stärkeren Bejagung zu geben, hat der Landkreis Northeim entschieden, dass die Trichinenprobe bei Stücken bis 30 Kilogramm weiter kostenlos ist.

In Zukunft rechnet der Kreisjägermeister damit, dass die routinemäßige Zuverlässigkeitsprüfung der Jäger, die bislang alle drei Jahre stillschweigend bei der Verlängerung für Jagdscheine erfolgte, den Jägern in Rechnung gestellt werde. Er erwartet eine Gebühr in Höhe von 25 Euro. Die Stadt Northeim erhebe die Gebühr bereits.

Der Vorsitzende der Northeimer Jägerschaft Northeim, Ralf Rahnert, kündigte an, dass die Jägerschaft im kommenden Jahr wieder einen Ausbildungskursus für Jagdhunde anbieten werde.

Bei den anstehenden Wahlen votierten die Northeimer Jäger einstimmig für eine weitere Amtszeit von Kreisjägermeister Dietmar Grüning und Jägermeister Armin Komander. Beide müssen jetzt noch vom Northeimer Kreistag bestätigt werden. (zhp)

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