Diskussion im Ortsrat

Windkraft erhitzt in Höckelheim die Gemüter

So wie in dieser Bildmontage könnte es nach Einschätzung der GfH am Sportplatz aussehen, wenn die vom Landkreis geplanten Vorrangflächen für Windkraft im Bereich Hollenstedt-Höckelheim-Stöckheim voll ausgeschöpft werden.
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So wie in dieser Bildmontage könnte es nach Einschätzung der GfH am Sportplatz aussehen, wenn die vom Landkreis geplanten Vorrangflächen für Windkraft im Bereich Hollenstedt-Höckelheim-Stöckheim voll ausgeschöpft werden.

Der Ortsrat Höckelheim hat die Stadt Northeim in Sachen Windkraft zum Handeln aufgefordert

Höckelheim – Die Stadt Northeim soll sich dafür einsetzen, dass die im Regionalen Raumordnungsprogramm des Landkreises Northeim ausgewiesenen Windpotenzialflächen östlich der Autobahn im Bereich des Höckelheimer Lämmerberges wieder herausgenommen werden. Dafür hat sich der Ortsrat Höckelheim, der am Dienstag in Form einer sogenannten Hybridsitzung in der Höckelheimer Mehrzweckhalle tagte, ausgesprochen.

Außerdem wird in dem Antrag der Wählergruppe Gemeinsam für Höckelheim (GfH), der auf Stadtratsebene auch von der Fraktion FUL vertreten wird, die Stadt aufgefordert, gemäß eines bereits im Dezember 2018 gefassten Ratsbeschlusses unverzüglich ein avifaunistisches Gutachten in Auftrag zu geben und einen Flächennutzungsplan für die Stadt Northeim aufzustellen. Darüber hinaus wird in dem Antrag gefordert, den ausgewiesenen Bereich der Windvorrangflächen für das gesamte Stadtgebiet deutlich zu reduzieren.

GfH-Orstratsmitglied und FUL-Ratsherr Armin Töpperwien bekräftigte in der Ortsratssitzung noch einmal seine Auffassung, dass bei einem Flächenbedarf von acht bis zehn Hektar pro Windkraftanlage allein im Bereich Hollenstedt-Höckelheim-Stöckheim theoretisch bis zu 50 Windräder errichtet werden könnten. Ein entsprechender Flyer, den die GfH in Höckelheim verteilt hatte und in dem diese Annahme grafisch umgesetzt worden war, um die Dimensionen deutlich zu machen, hatte in der Ortschaft für viel Aufregung gesorgt. Aus Sicht der Northeimer Stadtverwaltung ist das von der GfH im Flyer skizzierte Szenario allerdings nicht realistisch. Laut Bürgermeister Simon Hartmann ist davon auszugehen, dass zum einen weitaus weniger Anlagen realisiert werden könnten und zum anderen der Lämmerberg als Standort eher unwahrscheinlich wäre. Gleichwohl ermutigte er nach entsprechenden Hinweisen aus Reihen der Zuschauer die Höckelheimer, das Vorkommen des Rotmilans in diesem Bereich, der im bestehenden Flächennutzungsplan der Stadt Northeim nicht als Vorranggebiet für Windkraft ausgewiesen ist, zu dokumentieren.

Hintergrund ist, dass der genaue Zuschnitt der vom Landkreis ausgewiesenen Vorrangflächen für Windkraft noch gar nicht endgültig feststeht.

FDP-Ratsherr Eckhard Ilsemann gab in der Sitzung zu bedenken, dass nur ein von der Stadt selbst in Auftrag gegebenes avifaunistisches Gutachten die Möglichkeit offenhalte, noch steuernd eingreifen zu können. In Moringen und Hardegsen habe man das zum Beispiel rechtzeitig getan – mit der Folge, dass der Landkreis dort keine oder nur wenige Vorranggebiete für Windenergiegewinnung vorgesehen habe.

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