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Werden Wipptiere zu Rettern des Quellhügels?

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Von: Kathrin Plikat

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Weiter in der Diskussion: der Quellhügel auf dem kleinen Marktplatz in Northeim. Viele Northeimer sind gegen die Beseitigung.
Weiter in der Diskussion: der Quellhügel auf dem kleinen Marktplatz in Northeim. Viele Northeimer sind gegen die Beseitigung. © Olaf Weiss

Northeim – Die Diskussionen um den Quellhügel auf dem kleinen Marktplatz in der Northeimer Innenstadt, der nach den bisherigen Plänen abgerissen werden soll, um einem mobilen Spielcontainer zu weichen, gehen weiter. Die Initiatoren eines möglichen Bürgerentscheids dazu (HNA berichtete), haben ihren Plan allerdings erst mal auf Eis gelegt.

Einer von ihnen, SPD-Ratsherr Berthold Ernst, hat jetzt auf Nachfrage der HNA erläutert, warum: Zum einen würde sich ein solches Verfahren über mehrere Monate hinziehen und zwischen 30 000 und 50 000 Euro kosten. „Mein Ziel ist aber, möglichst schnell etwas zu erreichen. Mir geht es auch nicht darum, wie ab und an vermutet wird, Krawall zu machen. Bisher war ich beim Thema Quellhügel auf politischer Ebene relativ allein, aber das ist jetzt nicht mehr so.“

Denn zusammen mit den Ratsmitgliedern Reta Fromme (CDU), Hans Harer (Grüne) und Eckhard Ilsemann (FDP) hat Ernst jetzt einen „Antrag zur Gestaltung des kleinen Münsterplatzes“ an Bürgermeister Simon Hartmann geschickt. Darin beantragen die vier Ratsmitglieder für die nächste Sitzung des Stadtrates am 22. Dezember, dass die vor einiger Zeit vom kleinen Marktplatz entfernten Spielgeräte, darunter sogenannte Wipptiere, wieder aufgestellt werden. Und: Der Beschluss des Stadtrats vom 7. Juli, dass zur Umsetzung des Projekts „mobiler Spielcontainer“ der Quellhügel entfernt wird, soll aufgehoben werden. „Sollte der Rat diesen Antrag ablehnen, werden eben ab Anfang nächsten Jahres Unterschriften für die Einleitung eines Bürgerentscheids gesammelt“ so Ernst weiter. Wichtig sei aber, dass jetzt etwas passiere, damit die Einwohner Northeims, von denen sehr viele den Erhalt des Quellhügels fordern, mit dem Ratsentscheid am 22. Dezember Klarheit bekommen, wie es weitergeht, so der SPD-Ratsherr.

Währenddessen sucht man auch im Northeimer Rathaus nach einer Kompromisslösung, wie der Spielcontainer und der Erhalt des Quellhügels eventuell unter einen Hut zu bekommen wären.

Bürgermeister Simon Hartmann sagte auf HNA-Anfrage, dass derzeit eine Möglichkeit geprüft werde, den mobilen Spielplatz auf dem kleinen Münsterplatz unter Beibehaltung des Quellhügels zu realisieren. Hartmann: „Erste Entwürfe liegen vor und werden derzeit hausintern und in der Folge auch mit der Feuerwehr Northeim geprüft.“ Ob diese Variante jedoch gelinge, bleibe abzuwarten.

Hartmann betont angesichts des jetzigen Antrags, dass er erhebliche Zweifel habe, dass die Innenstadt für Kinder dadurch attraktiver werde, den Quellhügel zu erhalten und aus einem letztlich zwei „Wipptiere“ zu machen. „Meine Definition eines attraktiven Spielangebotes für Kinder ist jedenfalls eine andere. Und ich halte an der Grundintention fest, eine moderne und zukunftsfähige Innenstadt auch dadurch zu erhöhen, ein besseres Angebot für Kinder zu machen.“

Denn wenn sich die Kinder in der Innenstadt wohlfühlen, zöge es auch Eltern, Großeltern und Angehörige in die Stadt, so Hartmann weiter. (Kathrin Plikat)

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