Wirte warten erst mal ab

Northeimer Gastronomen und 2G: „Wir baden den Ärger aus“

Bei 2G nur noch mit Impfpass oder Genesenen-Nachweis ins Restaurant: Gastronom Dominik Paris, Inhaber des Café Ahrens in Northeim, will aber erst mal bei 3G bleiben.
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Bei 2G nur noch mit Impfpass oder Genesenen-Nachweis ins Restaurant: Gastronom Dominik Paris, Inhaber des Café Ahrens in Northeim, will aber erst mal bei 3G bleiben.

Gastronomen in Niedersachsen können ab Mittwoch, 22. September, die 2G-Regelung für ihre Betriebe anwenden. Das heißt, dass dann nur noch Geimpfte und Genesene Zutritt hätten. Getestete müssten draußen bleiben. Wir haben Gastronomen im Landkreis Northeim gefragt, ob sie die 2G-Option anwenden wollen.

Northeim/Uslar - Dominik Paris, Inhaber des Café Ahrens in Northeim, favorisiert augenblicklich noch die aktuell geltende 3G-Regel, sodass auch Gäste mit einem negativen Test-Nachweis bei ihm bewirtet werden können. Allerdings gehe er davon aus, dass demnächst auch bei ihm 2G gilt: „Das ist für uns als Betrieb einfacher“, so Paris.

Probleme bei der Umsetzung sieht er nicht: „Unsere Gäste sind fast alle geimpft“, so der Gastronom. Und er glaube nicht, dass jemand sich zukünftig kostenpflichtig testen lassen wird, um bei ihm zu frühstücken oder mittagzuessen.

Nun wolle Paris erst mal beobachten, wie sich die Corona-Lage weiter entwickelt, zumal die Infektionszahlen und damit die 7-Tage-Inzidenz augenblicklich im Landkreis Northeim wieder sinken.

Allerdings ärgere ihn die aktuelle Regelung auch ein wenig: „Die Politik macht es sich ganz schön einfach. Da wird beschlossen, wer will, kann 2G einführen. Aber wir Gastronomen müssen den Ärger mit den Gästen ausbaden. Da wird der Kampf ums Impfen auf unseren Schultern ausgetragen.“

Vorsorglich habe sich der Northeimer darum inzwischen ein zweites Standbein aufgebaut: Neben dem Restaurantbetrieb biete er einen Partyservice an, der „super angenommen wird“, so Paris. Fast täglich liefere er inzwischen Essen für größere Personengruppen aus. Er gehe nämlich davon aus, dass weniger Gäste ins Café kommen, wenn die 2G-Regelung gilt.

Wolfgang Mosler, Inhaber des Hotels und Restaurants Menzhausen in Uslar, setzt weiter auf 3G: „Wir bleiben auf jeden Fall erst mal dabei und kontrollieren lieber, ob unsere Gäste geimpft, genesen oder getestet sind“, so Mosler.

Aktuell fänden in seinem Haus viele Familienfeiern statt, bei denen immer mal auch ungeimpfte Gäste dabei seien. Keinen Spaß verstehe er allerdings bei Ungeimpften, die auch kein Test-Zertifikat vorweisen können: „Die lasse ich nicht rein“, so der Gastronom. Natürlich hätten diejenigen bisher sehr sauer reagiert. „Aber ich muss mich, meine Mitarbeiter und auch die andere Gäste schützen“, so Mosler.

Im Landkreis Northeim haben bereits vor der Neuregelung durch das Land Niedersachsen einige Vereine die 2G-Regelung angewendet, darunter der Northeimer Handball-Club. Auch der Stadthallen-Förderverein in Northeim hat angekündigt, nur noch Geimpfte und Genesene zu Veranstaltungen zuzulassen (HNA berichtete). In den Bereichen, in denen die 2G-Regel angewandt wird, entfallen sowohl die Maskenpflicht als auch die Abstandsregeln.  (kat)

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