IHK-Studie: Einnahmen im Kreis stiegen seit 1984

Wirtschaft warnt vor höherer Gewerbesteuer

Die Gewerbesteuer ist eine Abgabe, die Unternnehmen an die Städte und Gemeinden zu zahlen haben. Eingezogen wird sie allerdings von den Finanzämtern. Foto: dpa 

Northeim. Die Industrie- und Handelskammer Hannover (IHK) fordert die Kommunen auf, die Gewerbesteuer nicht weiter zu erhöhen, sie meint damit auch Gemeinden im Kreis Northeim.

Landesweit seien die Hebesätze in den vergangenen 30 Jahren um 14 Prozent gestiegen, saht die IHK. Im Kreis Northeim waren es im Durchschnitt zehn Prozent. Die Gewerbesteuereinnahmen stiegen im Kreisgebiet seit 1984 um 48 Prozent.

Dr. Horst Schrage, Hauptgeschäftsführer der IHK: „Unsere Studie belegt, dass die Entwicklung der Hebesätze nur eine Richtung kennt - aufwärts.“ Die Aussage trifft laut IHK-Studie auch auf den Kreis Northeim zu. Zwar liegt hier der durchschnittliche Hebesatz aller Kommunen mit 382 Prozent leicht unter dem Landesdurchschnitt (390), aber auch in den Städten und Gemeinden des Kreises zwischen Harz und Solling habe es seit 1984 insgesamt 30 Hebesatzerhöhungen gegeben, eine Senkung war nicht dabei.

Dieser Trend belaste die Unternehmen, schwäche die Investitionskraft und sei negativ für den Standort, was letztlich auch Neuansiedlungen verhindern könne, fährt der IHK-Geschäftsführer fort. Den Hebesatz zu erhöhen hält Schrage für generell unnötig, zumal sich die Gewerbesteuereinnahmen der Kommune automatisch erhöhen, wenn Unternehmen erfolgreich arbeiten.

Spitzenreiter bei den Hebesätzen im Kreis ist derzeit die Stadt Uslar mit 425 Prozent, noch vor Northeim mit 410 Prozent. Uslar ist auch die Kommune mit der stärksten prozentualen Steigerung seit 1984: plus 33 Prozent. Allein seit 2010 sei der Hebesatz um 65 Punkte angehoben worden. Die Kritik kann Uslars Bürgermeister Torsten Bauer (CDU) nachvollziehen. Die Anhebung sei dem Zukunftsvertrag geschuldet gewesen. Sein Ziel sei es, den Hebesatz in ein paar Jahren wieder zu senken.

Eine Konstante hingegen ist laut IHK die Gemeinde Nörten-Hardenberg. Sie weist kreisweit mit 330 Prozent den niedrigsten Hebesatz auf. (goe)

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