Chinesisch im Abitur: Neuerung am Wirtschaftsgymnasium

Chinesisch-Unterricht im Northeimer Wirtschaftsgymnasium: Lehrerin Dr. Xiaojing Wang mit Schülerin Annalisa Eggers. Foto: privat/nh

Northeim. Das Wirtschaftsgymnasium bietet seit diesem Schuljahr Chinesisch als mündliches Prüfungsfach an.

Erste Abiturprüfungen werden im Frühjahr 2016 abgenommen.

Was sich für andere sprachlich unverständlich anhört, ergibt für die WG-Schüler des 12. Jahrgangs bereits einen Sinn, denn sie haben seit eineinhalb Jahren Chinesisch-Unterricht bei Dr. Xiaojing Wang, einer der beiden Chinesisch-Lehrerinnen der BBS 1.

Nach dieser relativ kurzen Zeit sind die Schüler bereits in der Lage, zum Beispiel in einem Restaurant eine Bestellung auf Chinesisch aufzugeben oder beim Arzt über Krankheitssymptome zu berichten. Und das, obwohl sie vorher erst die Schriftzeichen und die Tonhöhe der Silben erlernen mussten.

Auf die Frage, warum sie den Chinesischkurs belegt habe, antwortet Annalisa Eggers: „Für meine Zukunft. Und weil Frau Wang so nett ist und sich für jeden Schüler Zeit nimmt.“ Das bestätigen auch die anderen Schüler des Kurses. Sie sind überzeugt, dass sie nach eineinhalb Jahren unheimlich viel gelernt zu haben. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass ihre Lehrerin viel Wert auf lebendigen Unterricht lege. Dabei werde einfach viel gesprochen.

Neue Perspektiven 

„Chinesischunterricht eröffnet völlig neue Lebensperspektiven und fördert die interkulturelle Handlungsfähigkeit in unserer global vernetzten Welt“, sagt der Koordinator des Beruflichen Gymnasiums Peter Fiebag.

Im Gegensatz zu anderen Bundesländern habe Niedersachsen diese zentrale Sprache Asiens lange Zeit bildungspolitisch ignoriert. Lediglich in Göttingen und dank der Genehmigung des Kultusministeriums jetzt auch in Northeim könne Chinesisch als mündliches Abiturfach angeboten werden.

Die in Shanghai aufgewachsene Lehrerin, die neben ihrer Tätigkeit an der BBS 1 auch an der Göttinger Universität beschäftigt war, versucht, Kontakt zu ihren Schülern auch außerhalb der Schule per E-Mail zu halten. Meist einmal in der Woche schreibt sie ihnen und fordert sie auf, zum Beispiel über ihre Wochenenderlebnisse zu berichten - natürlich alles auf Chinesisch.

E-Mails auf Chinesisch 

Die E-Mails werden von ihr korrigiert und beantwortet. In China wäre eine solche individuelle Betreuung, wo es meist Klassengrößen von 40 bis 50 Schülern gebe, nicht möglich, sagt Wang. Chinesische Schüler seien zwar diszipliniert, es herrsche aber durch die Klassengröße eine eher unpersönliche Unterrichtsatmosphäre.

Deswegen sei es ihr Anliegen, ein freundschaftliches und angenehmes Kursklima zu schaffen, gerade weil das Erlernen von Chinesisch engagierte Schüler voraussetze.

Orchideenfach 

Im Klassenraum fällt deshalb sofort der Blick auf eine Orchidee auf dem Lehrertisch. Nicht etwa, weil Chinesisch ein „Orchideenfach“ sei, betont Wang. Und: „Die Orchidee ist das Symbol für Aufrichtigkeit, Reinheit und Schönheit. Mit dem Bild einer Orchidee in einer Vase wird Eintracht verbunden.“ Ganz so, wie es sich die Chinesischlehrerin für ihren Unterricht wünscht. (goe)

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