"Wo lebt es sich am besten?"

ZDF-Studie: Landkreis Northeim schneidet bei Freizeit und Natur schlecht ab

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Der große Freizeitsee mit Northeim im Hintergrund: Auch der Erholungs- und Freizeitwert des Landkreises wurde in der Studie beurteilt und als relativ schwach bewertet.

Northeim. Jetzt hat es das ZDF auch getan: Der Sender hat den Landkreis Northeim in einem Ranking weit hinten unter „ferner liefen“ platziert. 

Unter dem Titel „Wo lebt es sich am besten“ hat der Sender eine Studie erarbeiten lassen, in der 401 Landkreise und kreisfreie Städte beurteilt worden sind. Der Landkreis Northeim kam dabei auf Platz 316. 154 von 300 maximal erreichbaren Punkte gaben ihm die Macher der Studie.

Drei Kategorien

Beurteilt wurden die Landkreise und Städte in drei Kategorien: Arbeit und Wohnen, Gesundheit und Sicherheit sowie Freizeit und Natur. Zehn Experten des Wirtschaftsforschungsinstituts Prognos haben nach ZDF-Angaben ein Jahr lang an der Studie gearbeitet. Ausgewertet und gewichtet haben sie 23 000 Datensätze.

Blick nach Kassel: So schlecht schneidet Nordhessen ab

Es sei die derzeit umfangreichste statistische Analyse, die das ganze Land auf gleicher Zahlenbasis miteinander vergleiche, verkündet das ZDF stolz.

Der Landkreis Northeim schneidet in der Kategorie Gesundheit und Sicherheit am besten ab. Dort reicht es mit Platz 169 für das obere Mittelfeld. Auch bei Arbeit und Wohnen kommt der Landkreis mit Platz 229 ins Mittelfeld. Dagegen ist er bei Freizeit und Natur ein Abstiegskandidat: Platz 381.

Göttingen deutlich besser

Übrigens: Für unseren Nachbarkreis Göttingen reichte es mit nur zwölf Punkten mehr im Gesamtergebnis (167) für Platz 207. Diese deutlich bessere Platzierung hat er nur einer höheren Bewertung im Bereich Freizeit und Natur zu verdanken. Offensichtlich hat ihm vor allem das kulturelle Angebot der Uni-Stadt nach vorne geholfen.

Der Landkreis Göttingen erreichte seine beste Platzierung im Bereich Freizeit und Natur (51,9 Punkte, Platz 181/200 Plätze vor Northeim). Am schlechtesten schnitt er im Bereich Arbeit und Wohnen (56 Punkte, Platz 226/3 Plätze vor Northeim) ab. Im Bereich Gesundheit und Sicherheit kam er mit 57,8 Punkten auf Platz 185 (16 Plätze hinter Northeim).

Womit der Landkreis Northeim gepunktet hat und was ihn eher runtergezogen hat, lesen Sie in den folgenden Themen-Artikeln zu den Bewertungskategorien. Die Ergebnisse der Sudie sind laut ZDF ab heute, Donnerstag, im Internet abrufbar unter http://deutschland-studie.zdf.de.

Am Dienstag, 22. Mai, ab 20.15 Uhr sendet das ZDF eine Dokumentation zu der Studie.

Arbeit und Wohnen

Der Landkreis Northeim ist dabei in folgenden Kategorien besser als der Bundesdurchschnitt: dem Anteil der Einwohner, die in Bedarfsgemeinschaften Leben, der Wohnfläche pro Einwohner, der Schulabbrecherquote, der Zahl der Schüler pro Lehrkraft, der Beschäftigungsquote der Frauen, und dem Einkommenunterschied von Männern und Frauen.

Dagegen schnitt er in folgenden Kategorien schlechter ab als der Bundesdurchschnitt: bei der Arbeitslosenquote, der geleisteten Arbeitsstunde pro Erwerbstätigem, der Kaufkraft pro Einwohner, dem Schuldenstand des Landkreises sowie der Städte und Gemeinde pro Einwohner und der privaten Schulden pro Volljährigem. Außerdem flossen fünf weitere Kategorien (Relation von Immobilienpreisen zum Einkommen, durchschnittliche Pendlerdistanz, das Verhältnis von Mietpreisen zum Einkommen, der Frauenanteil in Kreistagen, Stadt- und Gemeinderäten sowie die Bevölkerungsdynamik) in die Bewertung ein, zu denen das ZDF allerdings keinen Bundesdurchschnitt ermitteln konnte. Insgesamt schafft der Landkreis Northeim somit nur 57,5 von 100 möglichen Punkten, was Platz 229 bedeutet. 

Gesundheit und Sicherheit

Der Landkreis Northeim schneidet dabei in folgenden Kategorien besser ab als der Bundesdurchschnitt: Bei der Altersarmut, der Vorsorge- und Reha-Einrichtungen bezogen auf die Einwohnerzahl, bei Gewaltverbrechen pro Einwohner, dem Anteil der Übergewichtigen und der Müllmenge im Verhältnis zu den Konsumausgaben.

Dagegen schnitt er in folgenden Kategorien schlechter ab als im Bundesdurchschnitt: Bei der Lebenserwartung von Männern und Frauen, der Kinderarmut, dem Verhältnis der Ärztezahl zur Einwohnerzahl, dem Anteil der Pflegbedürftigen und bei den Wohnungseinbrüchen pro Einwohner. Der Anteil der Raucher (25 Prozent) an den Volljährigen entspricht genau dem Bundesdurchschnitt. Außerdem flossen drei weitere Kategorien (Feinstaub-Jahresmittelwert, Zahl der Tage mit zu hohen Ozonwerten und der Jahresmittelwert der Stickoxidbelastung) in die Bewertung ein, zu denen das ZDF keinen Bundesdurchschnitt ermitteln konnte. Insgesamt kam der Landkreis Northeim in diesem Bereich auf 58,5 von 100 Punkten, Platz 169.

Freizeit und Natur

Der Landkreis Northeim schnitt dabei in folgenden Kategorien besser ab als Bundesdurchschnitt: der Erholungsfläche pro Einwohner, dem Anteil der Waldfläche an der Landkreis-Gesamtfläche, der Zahl Vereine pro Einwohner, der Erreichbarkeit der Mittelzentren (in Minuten), der Zahl der Eheschließungen pro Einwohner.

Dagegen schnitt er in folgenden Kategorien schlechter ab als im Bundesdurchschnitt: Anteil der Erholungsfläche an der Landkreis-Gesamtfläche, dem Anteil der Wasserfläche, an der Landkreis-Gesamtfläche, dem Anteil naturnäherer Fläche an der Landkreis-Gesamtfläche, den Übernachtungen in Hotels und Pensionen pro Einwohner, Bibliotheksnutzer und Bibliotheksentleihen jeweils bezogen auf die Einwohnerzahl, Zahl der Studierenden pro Einwohner, die Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl 2017, die Ganztagsbetreuungsquoten für Klein- und Kindergartenkinder, die Produktion von Kulturveranstaltungen mit eigenem Ensemble im Verhältnis zur Einwohnerzahl. Außerdem flossen zwei weitere Kategorien (Zahl der Sonnenstunden und die Wahlbeteiligung bei der jüngsten Kommunalwahl) in die Bewertung ein, zu denen das ZDF keinen Bundesdurchschnitt ermitteln konnte. Insgesamt kam der Landkreis damit in diesem Bereich auf nur 38 von 100 möglichen Punkten, Platz 381.

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