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Stadtrat in Northeim: SPD sucht eine neue Mehrheit

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Northeim. Auch in der Stadt Northeim konnte die Alternative für Deutschland (AfD) ordentlich abräumen: Die Partei rund um ihren Kreis-Vorsitzenden Maik Schmitz holte auf Anhieb 9,7 Prozent aller Wählerstimmen und erhält vier Sitze im Northeimer Stadtrat.

Dementsprechend zufrieden zeigte sich Schmitz nach der Wahl: "Wir hatten uns drei Sitze erhofft, der vierte ist jetzt noch das I-Tüpfelchen", sagte er. Ein Thema, das die AfD laut Schmitz auf Stadt-Ebene anpacken will: die Attraktivitätssteigerung der Fußgängerzone. "Und wir setzen uns für Bürger- und Volksabstimmungen ein."

Zufrieden zeigte sich auch die SPD trotz des Verlustes eines Sitzes: "Wir sind weiterhin stärkste Fraktion, das war unser primäres Ziel", sagte Simon Hartmann, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins. Die Sozialdemokraten kommen auf 34,3 Prozent (2011: 36,6%) der Stimmen und sind nun mit zwölf Abgeordneten vertreten. "Angesichts der Großwetterlage, auch durch den Einzug der AfD in den Stadtrat, können wir wirklich zufrieden sein", so Hartmann.

Einen Sitzverlust musste auch die CDU hinnehmen, die zehn statt wie bisher elf Abgeordnete im neuen Northeimer Stadtrat haben wird. Die Christdemokraten erhielten 28,9 Prozent der Wählerstimmen (2011: 30,2%). Dazu Malte Schober: "Wir können nicht zufrieden sein, denn wir haben, obwohl wir in der Opposition sind, einen Sitz verloren." Schober glaubt, dass die Christdemokraten in Northeim ein wenig die politische Transparenz verloren haben: "Wir müssen unsere Entscheidungen und Gedanken dem Bürger besser mitteilen, damit in der Bevölkerung ein größeres Verständnis für unsere Entscheidungen entsteht."

Als der große Verlierer in Northeim sehen sich Bündnis 90/Grüne laut Fraktionsvorsitzender Karen Pollok nicht obwohl sie 3,8 Prozentpunkte weniger Stimmen erhielten als 2011 und einen von bisher vier Sitzen im Northeimer Rat verloren haben. "Natürlich haben wir diesmal ziemlich hohe Verluste erlitten. Vor fünf Jahren zog noch der Fukushima-Effekt. Jetzt haben wir uns wieder auf unserem normalen Niveau von sieben bis acht Prozent eingependelt. Also, kein Grund zur Sorge."

Für die Grünen sei die Wahl in Northeim so ausgegangen, wie erhofft, sagte Pollok, die den Einzug in den Stadtrat selbst nicht wieder geschafft hat. "Wir werden unsere gute Arbeit auch mit drei Sitzen fortführen können", so die Grünen-Fraktionschefin optimistisch.

Weiter mit vier Abgeordneten dabei ist die FDP. Erwähnenswert dabei: Tobias Schnabel holte mit 1410 Wählerstimmen das beste Ergebnis aller zur Ratswahl angetretenen Fraktionen. Die FDP holte 11,1 Prozent (2011: 10,4%). Eckhard Ilsemann, Vorsitzender der FDP-Fraktion, zog eine entsprechend positive Bilanz: "Wir sind super zufrieden. Wenn man mal in die umliegenden Städte und Gemeinden blickt, wo die Liberalen zum Teil vier oder fünf Prozent holten, heben wir uns in Northeim deutlich heraus. Das Ergebnis ist ein Zeichen dafür, dass die Bevölkerung unsere Arbeit in Northeim positiv aufgenommen und mit einem überragenden Wahlergebnis belohnt hat."

Die Freie unabhängige Liste (FUL) kommt erneut auf zwei Sitze: Sie erhielt 5,4 Prozent der Stimmen, 0.8 Prozentpunkte weniger als 2011.

Mit 2,4 Prozent der Stimmen (2011: 2,2%) geht ein Sitz im Northeimer Rat wieder an die Partei Die Linke.

Die Bürger für Northeim (BfN), die bislang einen Sitz hatten, traten nicht mehr an. Wegen falscher Wahlzettel muss die Wahl in Schnedinghausen wiederholt werden. Das Ergebnis dürfte angesichts der bei der Kreistagswahl erzielten Stimmenanteile kaum Auswirkung auf die Sitzverteilung im Rat haben.

 

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Sie bilden den neuen Northeimer Stadtrat

Der neue Northeimer Stadtrat hat 36 Sitze. Stimmberechtigt ist ferner der vor drei Jahren direkt gewählte Bürgermeister Hans-Erich Tannhäuser (parteilos). Hier die neu gewählten Mitglieder des Northeimer Rats (in Klammen die erreichten Stimmen):

SPD: Wolfgang Haendel, Northeim (1151 Stimmen), Tobias Meinshausen , Northeim, (712), Berthold Ernst, Northeim (662), Hildegard Pavel, Hollenstedt (649), Knut Fürsten, Sudheim (587), Rolf Müller, Hillerse (503), Rainer Giesemann, Denkershausen (475), Gerhard Härtel, Höckelheim (353), Rene Leitner, Denkershausen (304), Dietmar Kahler, Hammenstedt (224), Susanne Kosiolek-Sakuth, Northeim (211), Marek Meyer, Northeim (135)

CDU: Reta Fromme, Langenholtensen (1077), Christian Binnewies, Höckelheim (539), Helga Jäger, Northeim (487), Malte Schober, Northeim (484), Else Heidelberg, Imbshausen (470), Heiner Hegeler, Langenholtensen (447), Walter Keup, Sudheim (409), August Markus, Hollenstedt (378), Anskar Lürig, Northeim (235), Kerstin Lorentsen, Northeim (121)

Bündnis 90/Grüne: Hans Harer, Northeim (381), Jörg Seraphin, Northeim (307), Maximilian Koch, Northeim (169).

FDP: Tobias Schnabel, Northeim (1410), Burkhard Ernst, Bühle (486), Irnfried Rabe, Northeim (436), Eckhard Ilsemann, Northeim (392).

Die Linke: Rolf Pflugmacher, Northeim (199).

AfD: Maik Schmitz, Northeim (407), Jens Kestner, Northeim (272), Achim Packeiser, Northeim (230), Hartmut Schmidt, Northeim (209).

FUL: Armin Töpperwien, Höckelheim (398), Rolf Traupe, Hohnstedt (320).

Gemeinderatswahlen in Northeim und Göttingen

So wählten die Northeimer den Stadtrat

Die Wahlbeteiligung bei der Stadtratswahl betrug 49 Prozent. Nimmt man die Wähler aus Schnedinghausen hinzu, die wegen einer Panne noch einmal wählen müssen, kommt man auf 49,4 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt weniger als vor fünf Jahren. Und so wurde gewählt (zu beachten ist, dass jeder Wähler drei Stimmen hatte):

Corvinianum  (101): Wahlberechtigte: 1254, Wähler: 348, SPD 317 (Stimmen), CDU 307, FDP 145, Grüne 80, Die Linke 29, FuL 41, AfD 84.

Corvinianum  (102): Wahlberechtigte: 1031, Wähler: 361, SPD 333, CDU 303, FDP 160, Grüne 89, Die Linke 21, FuL 38, AfD 101.

Martin-Luther-Schule (104): Wahlberechtigte: 1083, Wähler: 487, SPD 352, CDU 336, FDP 291, Grüne 237, Die Linke 22, FuL 32, AfD 145.

Martin-Luther-Schule (105): Wahlberechtigte: 1120, Wähler 515, SPD 417, CDU 412, FDP 325, Grüne 168, Die Linke 27, FuL 33, AfD 134.

Thomas-Mann-Schule  (107): Wahlberechtigte: 971, Wähler: 414, SPD 317, CDU 301, FDP 276, Grüne 117, Die Linke 24, FuL 36, AfD 121.

Thomas-Mann-Schule  (108): Wahlberechtigte: 1025, Wähler: 329, SPD 344, CDU 194, FDP 137, Grüne 150, Die Linke 24, AfD 66.

Thomas-Mann-Schule  (109): Wahlberechtigte: 899, Wähler: 237, SPD 222, CDU 119, FDP 75, Grüne 41, Die Linke 24, FuL 14, AfD 163.

Alte Wache  (201): Wahlberechtigte: 926, Wähler: 283, SPD 255, CDU 200, FDP 84, Grüne 102, Die Linke 36, FuL 15, AfD 120, El Mograbi 2.

Gutenberg-Realschule  (202): Wahlberechtigte: 1196, Wähler: 340, SPD 307, CDU 264, FDP 79, Grüne 68, Die Linke 46, FuL 18, AfD 171, El Mograbi 1.

Gutenberg-Realschule  (203): Wahlberechtigte: 1099, Wähler 277, SPD 303, CDU 196, FDP 36, Grüne 64, Die Linke 32, FuL 43, AfD 99, El Mograbi 3.

Gutenberg-Realschule (204): Wahlberechtigte: 1234, Wähler 382, SPD 374, CDU 288, FDP 77, Grüne 103, Die Linke 39, FuL 36, AfD 149, El Mograbi 11.

Schule am Sultmer  (206): Wahlberechtigte: 948, Wähler: 349, SPD 430, CDU 244, FDP 61, Grüne 127, Die Linke 37, FuL 42, AfD 108, El Mograbi 1.

Schule am Sultmer  (207): Wahlberechtigte: 1061, Wähler: 394, SPD 420, CDU 348, FDP 64, Grüne 60, Die Linke 43, FuL 31, AfD 105, El Mograbi 14.

Schule am Sultmer  (208): Wahlberechtigte: 925, Wähler: 306, SPD 316, CDU 316, FDP 44, Grüne 58, Die Linke 22, FuL 16, AfD 97, El Mograbi 9.

Berwartshausen  (301): Wahlberechtigte: 58, Wähler: 39, SPD 45, CDU 46, FDP 5, Grüne 6, FuL 4, AfD 4.

Bühle (302): Wahlberechtigte: 417, Wähler: 246, SPD 77, CDU 67, FDP 486, Grüne 13, Die Linke 26, FuL 10, AfD 39.

Denkershausen  (303): Wahlberechtigte: 357, Wähler: 278, SPD 365, CDU 126, FDP 22, Grüne 27, Die Linke 9, FuL 197, AfD 60.

Edesheim  (305): Wahlberechtigte: 687, Wähler: 380, SPD 563, CDU 289, FDP 36, Grüne 73, Die Linke 23, FuL 40, AfD 79, El Mograbi 3.

Hammenstedt  (306): Wahlberechtigte: 786, Wähler: 459, SPD 368, CDU 296, FDP 83, Grüne 93, Die Linke 12, FuL 340, AfD 150.

Hillerse  (307): Wahlberechtigte: 933, Wähler: 568, SPD 773, CDU 508, FDP 72, Grüne 116, Die Linke 13, FuL 36, AfD 117.

Höckelheim  (308): Wahlberechtigte: 920, Wähler: 579, SPD 562, CDU 490, FDP 98, Grüne 107, Die Linke 36, FuL 265, AfD 105.

Hohnstedt  (309): Wahlberechtigte: 528, Wähler: 279, SPD 302, CDU 226, FDP 18, Grüne 36, Die Linke 27, FuL 128, AfD 128, El Mograbi 2.

Hollenstedt  (310): Wahlberechtigte: 571, Wähler: 364, SPD 453, CDU 286, FDP 146, Grüne 43, Die Linke 19, FuL 20, AfD 66, El Mograbi 8.

Imbshausen  (311): Wahlberechtigte: 384, Wähler: 227, SPD 190, CDU 349, FDP 14, Grüne 31, Die Linke 14, FuL 19, AfD 55.

Lagershausen  (312): Wahlberechtigte: 242, Wähler: 142, SPD 182, CDU 101, FDP 16, Grüne 20, Die Linke 10, FuL 41, AfD 51.

Langenholtensen  I (313): Wahlberechtigte: 840, Wähler: 474, SPD 323, CDU 625, FDP 84, Grüne 115, Die Linke 27, FuL 40, AfD 122, El Mograbi 9.

Langenholtensen  II (314): Wahlberechtigte: 840, Wähler: 474, SPD 323, CDU 625, FDP 84, Grüne 115, Die Linke 27, FuL 40, AfD 122, El Mograbi 9.

Schnedinghausen  (316): Wahlberechtigte: 161, Wähler: -. Die Stadtratswahl im Dorf muss wiederholt werden wegen falsch ausgeteilter Wahlzettel.

Stöckheim  (317): Wahlberechtigte: 350, Wähler: 222, SPD 212, CDU 230, FDP 22, Grüne 22, Die Linke 14, FuL 40, AfD 82, El Mograbi 3.

Sudheim  I (318): Wahlberechtigte: 635, Wähler: 329, SPD 457, CDU 260, FDP 55, Grüne 63, Die Linke 11, AfD 63.

Sudheim  II (319): Wahlberechtigte: 644, Wähler: 339, SPD 512, CDU 232, FDP 45, Grüne 55, Die Linke 22, FuL 39, AfD 79.

Briefwahl (400-404): Wähler: 1306, SPD 1113, CDU 1135, FDP 649, Grüne 365, Die Linke 65, FuL 114, AfD 326, El Mograbi 5.

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