Für mehr Lebensqualität

Mit Spielbereichen: Landwirt baut neuartigen Maststall für 900 Tiere

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So sieht der Neubau aus: August Markus und sein Sohn Alexander Markus (rechts) bei der Vorstellung des Plans für ihren neuen Maststall. Sie stehen auf dem Feld etwa einen Kilometer südlich von Hollenstedt, wo im Februar Baustart sein soll.

Hollenstedt. Sie gehen einen neuen Weg in der Schweinemast: die Hollenstedter Landwirte Alexander Markus und sein Vater August. Dieser soll den Tieren mehr Lebensqualität bieten.

In Kürze sollen Baumaschinen anrücken, um auf freiem Feld zwischen Hollenstedt und Höckelheim einen neuartigen Schweinemaststall entstehen zu lassen. Er soll den Tieren bis zu ihrer Schlachtung eine bislang nicht gekannte Lebensqualität bieten.

Bauherr des bereits genehmigten Stalles ist Alexander Markus, der Sohn des vor allem durch seine kommunalpolitische Arbeit in Northeim gut bekannten Landwirts August Markus, der seinen Betrieb im vorigen Jahr an seinen Sprössling übergeben hat.

Beide wollen bei dem Bau Transparenz walten lassen und informieren gern über ihr Projekt. Und beide sind sich einig darin, dass es eine Geruchsbelästigung der Einwohnerschaft Hollenstedts nicht geben werde.

Alexander Markus: „Der Stall liegt fast einen Kilometer südlich vom Ort weg, und der Wind weht hauptsächlich von Westen in Richtung Autobahn im Winter auch mal von Ost. Hollenstedt wäre also nicht betroffen.“

Das neuartige an dem geplanten Maststall, den es in dieser Form erstmals in Niedersachsen geben wird, ist die Haltungsform, dem ein ganz neues, EU-gefördertes Konzept des Landes Niedersachsen für mehr Tierwohl zugrunde liegt. Dabei geht es um eine Tierhaltung, die artgerechte Verhaltensweisen und die Bedürfnisse der Tiere besser berücksichtigt. Baulich werde es große Unterschiede zur heute üblichen Stallungen geben, fährt Seniorchef August Markus fort.

Spielbereiche und Bars 

Die Schweine würden nicht in Boxen oder Buchten gehalten, sondern können sich in Großgruppen frei bewegen. In den zunächst geplanten drei Abteilungen, die je 20 mal 14 Meter Fläche umfassen, gibt es Spielbereiche, mehrere Tränkbars, Fressbereiche und einen Ruhebereich, daneben viel Tageslicht durch reichlich Fenster, Komfortfußboden, Klimaanlage und Heizung.

Aufgrund des höheren Platzbedarfs wird der neue Stall auch 20 Prozent mehr Fläche aufweisen als herkömmliche Stallungen, ergänzt Alexander Markus. So werde ein Tier im Durchschnitt 0,9 Quadratmeter Platz haben, gefordert sind nach der neuesten Tierschutzverordnung lediglich 0,75 Quadratmeter.

All das führt dazu, dass der Bau des neuen Markus-Maststall nicht nur mit 30 Prozent EU-Zuschuss gefördert wird, sondern auch dass dort künftig Fleisch produziert, das das neue „Tierwohl-Label“ tragen wird.

Tierwohl-Label 

Die Initiative Tierwohl ist von der Landwirtschaft, der Fleischwirtschaft und dem Lebensmitteleinzelhandel im vorigen Jahr ins Leben gerufen worden. Zertifiziert und mit Bonuszahlungen fürs Fleisch gefördert werden Betriebe, die die strengen Kriterien der Tierhaltung erfüllen.

Von Axel Gödecke

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