Am Grabstein soll Infotafel aufgestellt werden

Bonhoeffers Verlobte Maria von Wedemeyer hat Wurzeln auf der Katlenburg

Katlenburg. Pastor Martin Weskott hat entdeckt, dass es zur Verlobten von Dietrich Bonhoeffer, Maria von Wedemeyer, eine direkte Verbindung nach Katlenburg gibt.

Nach Dietrich Bonhoeffer, lutherischer Theologe und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt, ist in Katlenburg das Haus der Kirchengemeinde für betreutes Wohnen am Klosterhof benannt.

Der Gemeindeausflug führte die Katlenburger im vergangenen Jahr nach Anrode bei Mühlhausen auf die dortige Domäne, die sich einst im Eigentum derer von Wedemeyer befand - was die Katlenburger bis dato nicht wussten.

Das Kloster in Katlenburg wurde nämlich auch von einem von Wedemeyer bewirtschaftet - von Franz-Georg im 18. Jahrhundert. Der war Oberamtmann zu Katlenburg, starb dort 1764 im Alter von 67 Jahren und wurde auch in Katlenburg beigesetzt.

Will an Bonhoeffer erinnern: Pastor Martin Weskott. Foto: Oschmann

Der massive Grabstein befindet sich in der Katlenburger St.-Johannes-Kirche unter der Treppe des sogenannten Wachenhäuser Eingangs, erläutert Weskott, und kann dort besichtigt werden. Die Nachkommen von Franz-Georg von Wedemeyer zog es damals nach Anrode. Sie erwarben das dortige Gut und später auch das in Pätzig in der Neumark bei Stettin.

Maria von Wedemeyer (1924 - 1977) wurde in eben jenem Pätzig im Kreis Königsberg geboren. Sie begegnete Dietrich Bonhoeffer (1906 - 1945), der heute vor 70 Jahren im KZ Flossenbürg bei Regensburg auf direkten Befehl Hitlers umgebracht wurde, als Jugendliche erstmals bei einer Konfirmation.

Mit einem der bekanntesten Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime, der mit dem Attentat auf Adolf Hitler am 20. Juli 1944 in Verbindung gebracht wurde, verlobte sich Maria von Wedemeyer 1943 in brieflicher Form. Gehabt haben die beiden kaum etwas von einander, denn schon im selben Jahr wurde Bonhoeffer verhaftet.

Maria von Wedemeyer lebte später in den USA, heiratete zweimal und ließ sich beide Male scheiden. Ihrem Ex-Verlobten blieb sie verbunden, gab Interviews zu seinem Wirken und nahm noch ein Jahr vor ihrem Tod an einem Bonhoeffer-Symposium teil.

Am Grabstein in der Johannes-Kirche will Pastor Weskott einen Infotafel aufstellen. Im Gottesdienst am Sonntag, 19. April, (Beginn 9.30 Uhr) will der Geistliche an das Leben und Wirken Bonhoeffers erinnern.

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