Wende nicht in Sicht

Zahl der Einwohner im Kreis schrumpft rapide

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Wird wohl deutlich Einwohner verlieren: die Stadt Uslar, hier aus der Vogelperspektive von Norden aus betrachtet. 

Northeim. Der demografische Wandel hinterlässt Spuren im Kreis Northeim. In den vergangenen zehn Jahren ist die Einwohnerzahl um 9,1 Prozent von 147 100 auf 133 700 (Stand Juni 2015) gesunken.

Eine Wende ist nicht in Sicht.

Eine Prognose der Bertelsmann-Stiftung sagt für den Landkreis bis 2030 einen weiteren Rückgang von fast zwölf Prozent voraus, was dann einer Einwohnerzahl von nur noch 117 700 entspricht. Da die Analyse auf Zahlen bis Ende 2014 beruht, sind Zuzüge durch Flüchtlinge allerdings nicht berücksichtigt.

Zu den Gemeinden, die bislang am meisten Federn lassen mussten, gehörten in den vergangenen zehn Jahren Bodenfelde und Einbeck (einschließlich Ex-Gemeinde Kreiensen) mit einem Minus von je 12,1 Prozent sowie Bad Gandersheim mit einem Schwund von 11,4 Prozent. Das geht aus dem Grundstücksmarktbericht 2016 hervor, den der beim Katasteramt angesiedelte Gutachterausschuss veröffentlicht.

Am wenigstens unter Bevölkerungsrückgang zu leiden hatten Katlenburg-Lindau (-4,3 Prozent) und Nörten-Hardenberg (-5,3) sowie die Städte Moringen (-5,9) und Northeim (-6,6). Attraktive Baugebiete und im Fall Nörten zusätzlich der Einfluss des Oberzentrums Göttingen mit seinen hohen Grundstückspreisen könnten der Grund dafür sein.

Dassel als Top-Verlierer

Die Prognose für die nächsten 15 Jahre nennt die Stadt Dassel als den Top-Verlierer im Landkreis: Bezogen auf die Einwohnerzahl von 2012 berechnen die Experten der Bertelsmann-Siftung für Dassel ein Rekord-Minus von 21,3 Prozent im Jahre 2030. Dassels Einwohnerzahl schrumpft von 10 020 auf 7900.

Auf den Plätzen dahinter folgen Kalefeld (-17,2 Prozent auf 5490 Einwohner) und Uslar (-14,6 Prozent auf 12 390 Einwohner). Bodenfelde dürfte laut Gutachterausschuss eine ähnliche Entwicklung haben, ist aber in der Prognose unberücksichtigt, weil diese Gemeinden unter 5000 Einwohner nicht erfasst.

Auch die größte Stadt im Landkreis Northeim, nämlich Einbeck, hat mit tief roten Zahlen zu kämpfen, wenn es um die Einwohnerentwicklung in den nächsten 15 Jahren geht. Die Bierstadt wird laut Prognose der Bertelsmann-Stiftung bis 2030 um 13,8 Prozent schrumpfen.

Nörten-Hardenberg am wenigsten betroffen

Am wenigsten betroffen sein vom Einwohnerschwund wird laut Bertelsmann-Prognose die Gemeinde Nörten-Hardenberg. Sie wird in den nächsten 15 Jahren lediglich einen Bevölkerungsrückgang von 6,5 Prozent verkraften müssen. Das ist deutlich unter dem Landkreis-Durchschnitt von 13, 1 Prozent. Der Flecken dürfte dann 7600 Einwohner zählen. 

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