Insbesondere Mädchen betroffen

Zahl der Komasäufer im Landkreis Northeim stark gestiegen

Northeim. 60 Jugendliche im Alter bis 20 Jahre kamen 2015 im Kreis Northeim wegen übermäßigen Alkoholkonsums in Klinken. Unter den Komasäufern befinden sich immer mehr Mädchen.

Das sei im Vergleich zu 2014 ein Anstieg um 18 Prozent. Die Krankenkasse IKK beruft sich bei ihren Aussagen auf Zahlen des statistischen Landesamtes.

In Niedersachsen sank die Zahl im gleichen Zeitraum um sechs Prozent. „Auffallend ist vor allem, dass sich in Northeim die Zahl der Mädchen, die wegen Alkoholmissbrauchs behandelt werden mussten, erhöht hat. Sie stieg von 15 auf 23. Bei den Jungen ist die Zahl von 36 auf 37 angestiegen“, erläutert Thomas Wiechert von der Krankenkasse IKK. „Und man darf dabei nicht vergessen, dass das nur die Spitze des Eisbergs ist . Bei weitem nicht alle Jugendlichen mit einem Vollrausch landen auch im Krankenhaus. Die Dunkelziffer ist entsprechend hoch“, so Wiechert.

Warum die Zahl der Komasäufer im Landkreis Northeim so stark angestiegen ist, kann man laut IKK nicht genau sagen. „Sicherlich liegt es aber auch daran, dass für viele Jugendliche Alkohol einfach immer noch zum Feiern dazu gehört, sie gleichzeitig aber keine Erfahrung im Umgang mit dem Alkohol haben.

Schnelle Wirkung

Außerdem sind alkoholische Mixgetränke noch immer sehr beliebt. Bei diesen Drinks schmeckt man den Alkohol nicht, die Wirkung setzt aber sehr schnell ein“, so Wiechert weiter.

Bundesweit gibt es nach seinen Worten beim Thema Komasaufen aber auch eine positive Entwicklung: Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) habe gezeigt, dass Jugendliche heute im Schnitt 15 Jahre alt sind, wenn sie ihr erstes Glas Alkohol trinken. Im Jahr 2004 lag das Durchschnittsalter beim ersten Mal noch bei 14 Jahren. (kat)

Rubriklistenbild: © Foto:  dpa

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