Zahl der Spielsüchtigen steigt kontinuierlich

Northeim. Die Anzahl von Menschen im Landkreis Northeim, die spielsüchtig ist, ist seit dem Jahr 2008 stetig gestiegen.

Northeim. Die Anzahl von Menschen, die spielsüchtig ist, ist seit dem Jahr 2008 stetig gestiegen. Das berichten übereinstimmend Michael Ortscheid vom Northeimer Lukas-Werk und Uta Dohrmann, Spielsuchtberaterin bei der Suchtberatung Göttingen.

Beim Lukas-Werk sind die Beratungen im Zusammenhang mit Spielsucht in den vergangenen fünf Jahren um 30 Prozent gestiegen. In den Jahren 2013 und 2014 zählte die Einrichtungen, die Suchtberatungen und Therapien anbietet pro Jahr etwa 30 Klienten, die wegen Spielsucht Hilfe suchen, berichtet Ortscheid. Bei 500 bis 600 Ratsuchenden im Jahr insgesamt entspreche das dem Bundesdurchschnitt, dass sechs bis sieben Prozent der Suchtkranken spielsüchtig seien.

Laut Lukas-Werk-Leiter Ortscheid gibt es eine hohe Dunkelziffer. Experten schätzen nach seien Worten, dass ein bis 1,5 Prozent der Bevölkerung problematisches Glücksspielverhalten an den Tag legen beziehungsweise glücksspielsüchtig sind. Bezogen auf den Landkreis wären das bis zu 2000 Personen. Laut der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen liegt die Anzahl der Menschen, die in Niedersachsen von Automaten abhängig sind, bei 76.000.

„Oft lockt der Gewinn als Anreiz. Für andere ist das Spielen eine Form der Entspannung,“ nennt Dohrmann Gründe für Spielsucht. Betroffen seien fast nur Männer. „Für sie ist das Spielen eine schnelle Lösung der Probleme“, sagt die Beraterin. Häufig hätten sie mehr Geld als Frauen und spielten risikofreudiger. Seien Frauen spielsüchtig, hätten sie oft psychische Probleme.

Spielsucht endet häufig in einer Privatinsolvenz. „Erfindet der Bruder oder Ehemann ständig Ausreden, wo er hingeht und hat Geldabgänge auf dem Konto, die er nicht erklären kann, sollte der Angehörige stutzig werden“, sagt Dohrmann. „Sie verlieren das Gefühl für Geld. Irgendwann kommt es nicht mehr darauf an, was ausgegeben wird.“ (lin/ows)

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