Kleines Gerät, große Wirkung

Zehn Busse bei Weihrauch-Uhlendorff in Northeim mit Abbiegeassistent ausgestattet

Die kleine Kamera nimmt den Bereich rechts neben dem Bus auf.
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Die kleine Kamera nimmt den Bereich rechts neben dem Bus auf.

Seitenkameras und Bildschirme sollen Unfälle beim Rechtsabbiegen durch den toten Winkel zu vermeiden.

Northeim – „Ein spürbares Plus“ ist das neue Abbiegeassistenzsystem laut Hans-Jürgen Päselt vom Busunternehmen Weihrauch-Uhlendorff in Northeim.

Setzt der Busfahrer den Blinker nach rechts, wird das System aktiviert. Für den Fall, dass er das Blinken einmal vergisst, funktioniert das Ganze auch über den Lenkwinkel. Die kleine Kamera, die an der rechten Seite des Busses oberhalb des Einstiegs sitzt, nimmt nahezu den gesamten Bereich auf, der sich neben dem Bus befindet: von vorne am Einstieg bis hinten ans Heck, in einer Breite von 2,50 Metern.

Visuelles und akustisches Signal

Der Abbiegeassistent erkennt, wenn sich etwas bewegt, der Rahmen auf dem Bildschirm färbt sich rot und ein akustisches Signal ertönt. Frederic Rolf und Hund Lotte demonstrieren das Prinzip.

Sobald sich in dem Bereich jemand oder etwas bewegt, wechselt die Rahmenfarbe auf dem kleinen, links neben dem Lenkrad installierten, Bildschirm von Grün zu Rot und es ertönt ein akustisches Signal – ein penetrantes Piepen, das den Fahrer warnt. Für eine bessere Sicht nach hinten wurde zusätzlich eine Rückfahrkamera installiert.

Der Abbiegeassistent erkennt, wenn sich etwas bewegt, der Rahmen auf dem Bildschirm färbt sich rot und ein akustisches Signal ertönt. Frederic Rolf und Hund Lotte demonstrieren das Prinzip.

Insgesamt haben zehn Busse von Weihrauch-Uhlendorff den Assistenten bekommen – fünf davon sind im Northeimer Stadtverkehr unterwegs und fünf in Clausthal-Zellerfeld. Die Anschaffung kostete pro Bus 1500 Euro. Finanziert wurde das Ganze größtenteils durch Fördermittel des Bundesamts für Güterverkehr. Nur 300 Euro pro Bus blieben bei Weihrauch hängen – Kosten, die das Unternehmen gerne in Kauf nimmt, so Päselt. Schließlich könne das System im Ernstfall Leben retten.

Ältere Busse werden nachgerüstet

Der Einbau erfolgte in der betriebseigenen Werkstatt. Ein Mitarbeiter hätte sich intensiv damit auseinandergesetzt, da der Einbau sehr umfangreich und anspruchsvoll sei, sagt Werkstattleiter Frederic Rolf.

Ab 2024 sollen alle Neufahrzeuge mit dem Abbiegeassistenten ausgestattet werden. Aber auch viele ältere Busse, die noch eine lange Betriebserwartung haben, sollen allmählich nachgerüstet werden.

Bei der Stadt Northeim komme das System bereits auch bei einigen Fahrzeugen des Bauhofs zum Einsatz, weiß Päselt. (Lea-Sophie Mollus)

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