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Schutz vor Grippe, schwerem Coronaverlauf und Gürtelrose

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Von: Rosemarie Gerhardy

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Grippe- und Covid-Impfungen sind jetzt auch in Apotheken möglich, wenn Mitarbeiter entsprechend geschult wurden: Sonja Kirch (links) lässt sich vom Cathrine Sündram in der Grafenhof-Apotheke in Northeim spritzen.
Grippe- und Covid-Impfungen sind jetzt auch in Apotheken möglich, wenn Mitarbeiter entsprechend geschult wurden: Sonja Kirch (links) lässt sich vom Cathrine Sündram in der Grafenhof-Apotheke in Northeim spritzen. © Olaf Weiss

Die Saison der Atemwegsinfekte hat bereits begonnen, insbesondere die Zahl der Corona-Infektionen ist wieder deutlich gestiegen, so Ärztesprecher Wolfgang Boldt. Bei der Grippe (Influenza) sei nach seiner Wahrnehmung aktuell noch keine starke Verbreitung festzustellen.

Landkreis Northeim – Aber der Hausarzt, der eine Gemeinschaftspraxis in Moringen betreibt, rät – wie auch die Ständige Impfkommission (Stiko) – Menschen über 60 Jahren, Schwangeren, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen, medizinischem Personal sowie Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr und Kontaktpersonen von Menschen mit bestimmten Risiken zu einer Impfung. Der Impfschutz sorge dafür, dass die Krankheit so erst gar nicht ausbreche oder deutlich milder verlaufe.

Wolfgang Boldt Vorsitzender Ärzteverein
Wolfgang Boldt Vorsitzender Ärzteverein © Niesen, Hans-Peter

Die Grippe-Impfung schütze nicht vor einer Infektion mit dem Corona-Virus, könne aber verhindern, dass sich das Abwehrsystem mit einer Doppelinfektion auseinandersetzen muss, die das Immunsystem überfordern und zu erheblichen Folgeschäden führen könnte, informiert auch die Deutsche Seniorenliga.

Die Grippe-Impfung kann mit einer notwendigen Corona-Impfung im anderen Arm verabreicht werden. „Allerdings sind die Mehrzahl der Impfungen bei uns Einzelimpfungen, da viele die notwendige Corona-Impfung bereits bekommen haben beziehungsweise keine erneute Impfung benötigen“, so Boldt aus seiner Praxis.

Zurzeit wird in den Medien massiv die Impfung gegen Gürtelrose beworben. Diese Impfungen empfehle er den über 60-Jährigen schon lange als sogenannte Standardimpfung, so Boldt. Bei Jüngeren wird die Impfung laut Stiko bei Menschen mit bestimmten Grunderkrankungen angeraten. Eine gleichzeitige Impfung gegen Gürtelrose und beispielsweise Grippe, Tetanus (Kombinationsimpfstoffe) oder Pneumokokken sei möglich. „Allerdings entscheiden sich bei uns viele Patienten für Impfungen nacheinander mit etwas Abstand, zum Beispiel zwei bis vier Wochen“, so Boldt. (Rosemarie Gerhardy)

Apotheken dürfen impfen

In einigen Apotheken besteht inzwischen die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, wenn Mitarbeiter dafür geschult wurden. So wird aktuell schon in der Grafenhof-Apotheke in Northeim gegen Grippe und Covid-19 geimpft. Laut Apothekerin Editha Strüder soll dies auch in der Rats-Apotheke in Lindau ab Mitte November möglich sein. Die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen fordert hingegen, dass Impfungen „originär ärztliche Aufgabe bleiben sollten“. kvn.de, mein-apothekenmanager.de (rom)

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