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Zierkirschen kommen zurück nach Höckelheim

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Von: Kathrin Plikat

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An der Bundesstraße bei Höckelheim sollen in diesem Jahr wieder Zierkirschen angepflanzt werden. Die Bäume auf unserem Archivfoto wurden im vergangenen Jahr gefällt. Archiv
An der Bundesstraße bei Höckelheim sollen in diesem Jahr wieder Zierkirschen angepflanzt werden. Die Bäume auf unserem Archivfoto wurden im vergangenen Jahr gefällt. © Roland Schrader/nh

Für viele Menschen und auch Autofahrer waren die blühenden Japanischen Zierkirschen an der Bundesstraße 241 bei Höckelheim in jedem Frühjahr ein lieb gewonnener Anblick und ein farbenfrohes Fotomotiv.

Höckelheim - Doch im vorigen Herbst wurden die Bäume, wie auch an der Höckelheimer Ortsdurchfahrt, aus Sicherheitsgründen gefällt. Die Bäume waren durch Trockenheit stark beschädigt, Äste drohten, auf die Fahrbahn zu stürzen (HNA berichtete).

Noch im vorigen Jahr wurde angekündigt, dass es Neuanpflanzungen geben soll. Jetzt hat der Ortsrat Höckelheim in seiner Sitzung in dieser Woche gemeinsam mit den bei der Sitzung anwesenden Einwohnern des Ortes entschieden: An der Bundesstraße sollen wieder Japanische Zierkirschen gepflanzt werden. Bei der Neuanpflanzungen an der Torstraße/Ortsdurchfahrt sprachen sich Ortsrat und Einwohner für Kugelahorne aus. Hier liege die letzte Entscheidung aber bei der Straßenbaubehörde, sagte Ortsbürgermeister Armin Töpperwien nach der Sitzung auf HNA-Anfrage.

Zusätzlich sollen auch noch Rosskastanien angepflanzt werden, für die laut Töpperwien aber noch geeignete Standorte gesucht werden. Die Neuanpflanzungen sollen im kommenden Winterhalbjahr erfolgen.

Auch über die Schaffung von Parkplätzen an der Höckelheimer Mehrzweckhalle hat der Ortsrat erneut diskutiert. Laut Töpperwien sollen 12 zusätzliche Parkplätze geschaffen werden, sieben davon an der Ecke Zimmerplatz/An der Schule, die aufgrund ihrer Lage zum Beispiel auch von Besuchern des Kindergartens und des Jugendheims genutzt werden könnten.

Fünf weitere Parkplätze könnten in der Verlängerung der Straße an der Schule Richtung Bühweg geschaffen werden. Für die Erstellung der Parkplätze müssten laut Tiefbauamt der Northeimer Stadtverwaltung etwa 20 000 Euro investiert werden, so Töpperwien weiter. Jetzt warte der Ortsrat weiter auf „grünes Licht“ der Stadtverwaltung für den Bau der Parkplätze, „damit das Thema endlich mal vom Tisch ist“, so der Ortsbürgermeister.

Erneut befasst hat sich der Ortsrat auch mit dem Thema Windkraft: Das Regionale Raumordnungsprogramm des Landkreises Northeim weist im Bereich Höckelheimer Lämmerberg östlich der Autobahn in Richtung Hollenstedt Windpotenzialflächen aus (HNA berichtete), auf denen Windenergieanlagen errichtet werden könnten. Schon seit Jahren gibt es dagegen in beiden Ortschaften Protest.

In einer Ortsratssitzung im vergangenen Jahr hatte Northeims Bürgermeister Simon Hartmann den Höckelheimern empfohlen, so Töpperwien, in dem Bereich das Vorkommen des Rotmilans (Töpperwien: „Ein K.-o.-Kriterium für Windkraftanlagen“) zu dokumentieren. Und genau das hätten die beiden Ortschaften Höckelheim und Hollenstedt auch getan, so Töpperwien weiter.

Ein fachkundiger Privatmann habe über Wochen das Gebiet beobachtet und das Nest eines Rotmilans entdeckt. Ein ebenfalls beauftragter Ornithologe habe danach ebenfalls das Vorkommen des Rotmilans bestätigt und ein entsprechendes Gutachten an die Stadtverwaltung geschickt. „Weil dieses Gutachten aber offensichtlich im Rathaus Northeim nicht die zuständigen Stellen erreicht hat, müssen wir jetzt wohl erneut selbst handeln“, so der Ortsbürgermeister.

Weil nach seinen Worten seitens der Verwaltung noch immer nicht das vom Stadtrat beschlossene avifaunistische Gutachten in Auftrag gegeben worden sei und auch noch nicht geklärt sei, wer die Kosten für die weitere Ortung von Nestern schützenswerter Vogelarten übernimmt, nehme der Ortsrat jetzt selbst Geld in die Hand. Der fachkundige Privatmann werde jetzt, solange die Bäume noch kein Laub tragen, erneut nach Nestern suchen.

Die Kosten dafür will der Ortsrat Höckelheim zur Hälfte aus seinen Verfügungsmitteln zahlen – die andere Hälfte will die Ortschaft Hollenstedt übernehmen.

Töpperwien: „Wir müssen jetzt selbst aktiv werden, wenn die Stadtverwaltung bei dem Thema nicht weiterkommt. Denn es ist nicht mehr 5 vor 12, sondern schon 5 nach 12.“ (kat)

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