Unter Artisten und Raubkatzen

Zirkus Charles Knie gastiert vom 13.-15. März auf dem Mühlenanger in Northeim

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Gefährliche Haustiere: Alexander Lacey während seiner Löwen- und Tigerdressur.

Ein leichter Geruch von Sägespänen liegt in der Luft, gewaltig sieht das leere Zelt noch aus. Ab und an trifft man auf ein Kamel oder gar ein Känguru. Wenn sich solche Szenen abspielen, kann das nur eins bedeuten – es ist wieder ein Zirkus in der Stadt.

Auch wenn größere Veranstaltungen derzeit eher Mangelware sind, lassen sich Zirkusdirektor Sascha Melnjak und sein Team vom Zirkus Charles Knie nicht die Laune verderben. 

Rund 100 Mitarbeiter und 90 Tiere von allen Kontinenten der Erde haben ihr Zuhause in der Manege des Reisezirkus, der sein Winterquartier in der Nähe von Einbeck hat, gefunden.

Erstmalig beim Zirkus Charles Knie: Die Bello Sisters

Zirkus sei Familie, immer neue Menschen kennenlernen und in jeder Stadt Zuhause zu sein, erklären Loren, Celine und Joline. Zusammen bilden die drei Schwestern das Trio „Bello Sisters“. 

Ihre Leidenschaft gilt der Adagio-Equilibristik, eine Form der Akrobatik, die auf Handständen aufgebaut ist. „Normalerweise werden Gruppen wie wir zusammengestellt. 

Wir haben aber als Schwestern ein ganz anderes Gefühl von Vertrauen und Sicherheit“, so Loren, die mit ihren 21 Jahren die älteste im Trio ist. Celine und Joline sind 19 und 13 Jahre alt. 

Zirkusfamilie der achten Generation

„Wir sind eine Zirkusfamilie in der achten Generation“, berichtet Celine. An der ersten eigenen Nummer als Trio arbeiten die drei seit über vier Jahren. 

Ihren großen Durchbruch hatten sie vor zwei Jahren beim Zirkus Roncalli, der auch das Sprungbrett für Vater Stivs Karriere war.

Am Montag aus dem Flieger gestiegen, nachdem sie in Amerika bei der Talentshow „America got Talent“ teilnahmen, stehen sie ohne einen Hauch von Müdigkeit früh morgens in der Manege und üben fleißig ihre Darbietungen, ein Zuhause kennen sie nicht. 

Die Bello Sisters

„Wir sind mit unserer Familie und dem Cirque du Soleil aufgewachsen, weil unser Vater dort Artist war. 

Sollten sie doch einmal in ihrer italienischen Heimat sein, ist es ein wenig wie Urlaub, so Joline. „Es wird auch ziemlich schnell langweilig, wir sind eben eine richtige Zirkusfamilie.“

Reichlich Action bei Diorios Motorradshow

Außer den drei Mädchen stehen auch weitere Profis auf dem Programm. Es wird dunkel, der Moment wird vom Leiter der Proben auch „Blackout“ genannt. 

Augenblicklich steht eine gigantische Stahlkonstruktion in der Mitte der Manege – gefolgt von einem bissigen Benzingeruch. 

Diorio’s Team und ihre Motorradshow lassen auch Motorsportfans andächtig innehalten. 

Alexander Lacey war beim größten Zirkus der Welt

Ebenso wie Alexander Lacey. Der Brite und seine Raubkatzen sind ein eingespieltes Team, das nach sechs Jahren beim größten Zirkus der Welt in Amerika wieder in Europa zu Gast ist. 

In der Zeit zwischen den einzelnen Nummern verkürzen Sängerin Paula und sechs weitere Tänzer aus Lateinamerika mit Samba- und Poptänzen die Wartezeit.

Marek Jama bekam silbernen Clown von Stephanie von Monaco

Ein weiteres Highlight des Programms ist Marek Jama. 

Gestreifte Freunde: Marek Jama und die Zebras.

Der Gewinner des „silbernen Clowns“, überreicht durch Stephanie von Monaco, bringt nicht nur mit Pferden und Ponys, sondern auch mit Zebras, Kamelen, Lamas und verschiedenen Rinderarten Schwung in die Sägespäne der Manege. 

Tiere werden bestmöglich versorgt

„Die Diskussionen um nicht artgerechte Tierhaltung sind natürlich allgegenwärtig“, so Sascha Melnjak, den Tieren fehle es beim Zirkus Charles Knie aber an nichts. 

Auf die Frage hin, wie die exotischen Tiere auf Kälte reagieren, erklärt Melnjak, dass die Gehege und Transportwagen der Tiere selbstverständlich beheizt seien. 

„Unsere Tiere wurden beim Zirkus geboren, sie kennen keine freie Wildbahn und werden bestmöglich medizinisch versorgt und mental gefördert.“ 

Das knapp zweieinhalbstündige Programm wechselt jährlich, einige der Akteure stehen zum ersten Mal gemeinsam vor Publikum.

Während der Coronakrise sind viele Freizeitaktivitäten nicht möglich. Für Kinder gibt es bei Northeim eine neue Attraktion. Der Zirkus Charles Knie  eröffnet am 10. Juli sein Spielparadies mit Dinos. 

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