Ermittlungen auch gegen Bordellbetreiber

Zoll stoppt illegale Prostitution in Northeim

Eine Sexarbeiterin mit Wollsocken und Pömps sitzt in einem Studio. (zu dpa: "Landesfrauenrat nennt Bordell-Siegel frauenverachtend") +++ dpa-Bildfunk +++
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Symbolbild: Zoll und Landkreis haben in Northeim ein illegales Wohnbordell hochgenommen.

Im Einsatz gegen illegale Prostitution in Northeim: Ein sogenanntes Wohnungsbordell haben am Mittwoch Beamte des Hauptzollamts Braunschweig und des Landkreises Northeim hochgenommen.

Northeim - Gegen zwei ostasiatische Prostituierte, die laut Pressemitteilung des Zolls verbotenerweise in dem nicht angemeldeten Bordell angetroffen wurden, wird jetzt wegen des Verdachts des illegalen Aufenthalts ermittelt. Sie waren laut Mitteilung mit Touristenvisa in die Bundesrepublik eingereist und hätten daher keiner Erwerbstätigkeit nachgehen dürfen.

Aber auch gegen den Betreiber des Wohnungsbordells wurden Verfahren eingeleitet: Neben Verstößen gegen das Prostituiertenschutzgesetz (fehlende Anmeldung des Bordells) muss er sich nun laut Zoll-Sprecher Andreas Löhde vermutlich für den Verdacht der Beihilfe zum illegalen Aufenthalt der Frauen verantworten.

Das Northeimer Kontrollergebnis sei aber kein Einzelfall: „Eigentlich sind wir in diesem Jahr bei jeder Kontrolle im Milieu Frauen begegnet, die illegal in Deutschland arbeiten“, heißt es seitens der für Südniedersachsen zuständigen Finanzkontrolle Schwarzarbeit in Göttingen, die zum Hauptzollamt Braunschweig gehört.

Zwar sei die Prostitution in Deutschland seit einiger Zeit nicht mehr illegal, unterliege jedoch diverser Auflagen, unter anderem nach dem Prostituiertenschutzgesetz unter Aufsicht der Kommunen, der Steuerpflicht durch die Finanzämter sowie verschiedener genereller Auflagen, die, wie am Mittwoch in Northeim, der Zoll kontrolliere.

Illegaler Aufenthalt und illegale Beschäftigung von Ausländern sind laut Zoll-Sprecher Löhde aber keineswegs nur Randerscheinungen im Rotlichtmilieu: Bei einer Kontrolle des Zolls mit der Polizei Osterode am Mittwoch wurde auf der Bundesstraße 27 ein polnischer Transporter mit einem ukrainischen Fahrer gestoppt. Auch er habe keine Arbeitserlaubnis für Deutschland vorweisen können.

Über seinen Verbleib und den der beiden Prostituierten in Deutschland müsse die Ausländerbehörde entscheiden, so Löhde. (kat)

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