Viele Dachflächen ungenutzt

Northeimer wollen Bürger-Energiegenossenschaft gründen

Wollen eine Bürger-Energiegenossenschaft in Northeim gründen: (von links) Meinolf Ziebarth, Mattias-Hermann Hunsche und Bernhard Gräve. Sie stehen im Park am Bleichwall vor der Jugendherberge. Auch ihr Dach würde sich für Photovoltaikanlagen eignen.
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Wollen eine Bürger-Energiegenossenschaft in Northeim gründen: (von links) Meinolf Ziebarth, Mattias-Hermann Hunsche und Bernhard Gräve. Sie stehen im Park am Bleichwall vor der Jugendherberge. Auch ihr Dach würde sich für Photovoltaikanlagen eignen.

Drei alteingesessene Northeimer wollen eine Bürger-Energiegenossenschaft gründen. Ziel ist, mehr öffentliche Dachflächen für Photovoltaikanlagen zu nutzen.

Northeim – Sie betreiben selbst schon länger Photovoltaikanlagen (PV) auf dem eigenen Haus oder auf gepachteten Dachflächen. Die Idee sollte Schule machen, wenn möglich in größerem Rahmen, meinen Matthias-Hermann Hunsche, Meinolf Ziebarth und Bernhard Gräve.

Die drei Northeimer wollen deswegen möglichst schnell in der Kreissstadt eine Bürger-Energiegenossenschaft gründen und suchen Mitstreiter.

„Vorrangig wollen wir Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden wie Schulen, Sporthallen oder Verwaltungen planen und finanzieren“, sagt Hunsche zur Zielsetzung der Genossenschaft. Schön wäre es, wenn das gleich mit dem Dach der geplanten neuen Schuhwallhalle klappen könnte. Mittel- und langfristig könne auch in den Ausbau anderer regenerativer Energieträger und in Energiesparmaßnahmen investiert werden. Mit der Gründung einer Bürger-Energiegenossenschaft könnten sich Bürger aktiv für den Klimaschutz einsetzen und die klamme Stadt oder den Kreis dabei unterstützen, ihren CO2-Ausstoß spürbar zu senken. Zudem winke für die Genossenschaftsmitglieder nach dem Zeichnen von Anteilen auch ein ganz lukrative Rendite, fahren die Initiatoren fort.

Ein Vorbild ist für Hunsche, Ziebarth und Gräve unter anderem die Energiegenossenschaft in Hardegsen. Diese habe seit ihrer Gründung 2011 bereits 165 Mitglieder, betreibe sehr erfolgreich vier Projekte in Hardegsen und zahle im Durchschnitt eine Rendite von 2,8 Prozent aus. In der Kreissstadt, die sich selbst auf die Fahnen geschrieben habe, bis 2050 den CO2-Ausstoß um 80 Prozent zu reduzieren, sollte so etwas mit bürgerlichem Engagement auch machbar sein, so Ziebarth.

Dass die Sache gut funktionieren kann, kann Mitinitiator Gräve nur bestätigen. Schließlich betreibt der Northeimer selbst seit Jahren nicht nur auf dem eigenen Hausdach Kollektoren zur Stromerzeugung, sondern er hat auch Dachflächen der städtischen Sultmer-Grundschule oder vom Kreis-Gesundheitsamt am Wolfshof dafür auf 20 Jahre gepachtet.

So soll es funktionieren:

Und das sind die Gedanken, mit denen die drei Initiatoren hoffen, möglichst viele Mitstreiter zu finden:

-  Geplant ist, Dachflächen für PV-Anlagen von der Stadt und dem Landkreis zu pachten. Denkbar ist auch die Pachtung von Dachflächen von Gewerbebetrieben und Privathäusern.

-  Mitglieder der Bürger-Energiegenossenschaft sollen Bürger, Gewerbetreibende und auch Kommunen werden können.

-  Die Gründung der Genossenschaft soll in einer Gründungsversammlung erfolgen.

-  Die übliche Höhe eines Genossenschaftsanteils beträgt 100 Euro. Die Summe der Anteile pro Mitglied soll aber auf 20 000 Euro begrenzt sein.

-  Die übliche Rendite beträgt nach Anfangsjahren ohne Rendite 1,5 bis 4 Prozent pro Jahr.

Die drei Inititoren haben bereits mit der Stadt Northeim Kontakt aufgenommen und sie über ihr Vorhaben informiert. Sie wünschen sich eine Unterstützung auch durch die Ratsgremien und Vorschläge, welche Dächer schnell zu pachten sind.

Auch mit den Stadtwerken Northeim (SWN) stehe man schon in Kontakt. Hunsche: „Wir streben eine Kooperation mit den SWN als Netzbetreiber und für kaufmännische Dienstleistungen an.“

Kontakt: Mattias-H. Hunsche, Tel. 0151/54 72 47 41, E-Mail: buergerenergie.nom@t-online.de

(Axel Gödecke)

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