Eigentum der Firma Oppermann

Northeimer Zuckerfabrik: Freie Wähler wollen Rückbau des Geländes

Zuckerfabrik Northeim Luftbild 2008
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Die Northeimer Zuckerfabrik. 

Die Stadt Northeim soll Gespräche mit der Eigentümerin der 1985 geschlossenen Northeimer Zuckerfabrik, der Kiesabbaufirma August Oppermann (Hedemünden), über die zukünftige Nutzung des Geländes führen. Diesen Antrag hat jetzt die Fraktion der Freien Unabhängigen Liste (FUL) gestellt.

Northeim - Laut Fraktionsvorsitzendem Armin Töpperwien habe seit der letzten Rübenkampagne vor mehr als 35 Jahren „der Zahn der Zeit“ an Gebäuden und Maschinen genagt, auch würden seit langer Zeit sämtliche „Aktivitäten“ des Kiesabbau-Unternehmens auf dem Gelände ruhen.

Die FUL schlägt laut Töpperwien vor, dass mit dem Rückbau der Zuckerfabrik eine Ansiedlung von Industriebetrieben ermöglicht werden könnte, unter anderem „um eine Stärkung des Wirtschaftsstandortes Northeim“ zu erzielen. Die Stadt müsse nach Ansicht der FUL bei der Erschließung neuer Gewerbeflächen auch stillgelegte Betriebsstätten wie die Zuckerfabrik in den Fokus nehmen.

Töpperwien geht davon aus, dass durch den Verkauf der, wie er sagt, mehreren tausend Tonnen Altmetall, die derzeit auf dem Gelände lagern, der Rückbau des Geländes kostendeckend oder sogar wirtschaftlich vonstattengehen könnte.

Die Stadtverwaltung hatte auf HNA-Anfrage betont, dass sie im Rahmen der Wirtschaftsförderung und Standortentwicklung selbstverständlich auch mit der Firma Oppermann Gespräche über die Zukunft des Zuckerfabrik-Geländes führe, betont aber auch, dass das Eigentum in Deutschland ein hohes rechtliches Gut sei, in das eine Kommune wie die Stadt Northeim nicht ohne Weiteres eingreifen könne.

Ein Einschreiten sei nur möglich bei baurechtswidrigen Zuständen auf dem Gelände, diese seien bei der Stadt allerdings nicht bekannt. Insgesamt würde die Stadt eine bauliche Entwicklung der Flächen natürlich begrüßen, heißt es weiter, denn bei der ehemaligen Zuckerfabrik handele es sich um einen zentralen Standort im Stadtgebiet, der hervorragend an das Straßennetz angeschlossen sei.

Wilhelm Oppermann, Geschäftsführer des gleichnamigen Kiesabbau-Unternehmens, betont auf HNA-Anfrage, dass er bereits mit der Stadt Northeim zum Thema Zuckerfabrik im Gespräch sei.

„Wir haben die Zuckerfabrik damals nicht ohne Grund gekauft. Denn wir benötigten große Lagerflächen, weil uns seitens der Stadt Druck gemacht wurde, dass unsere Lagerflächen im Bereich der Seenplatte am Weißen Budenweg verschwinden müssen“, so Wilhelm Oppermann. Hintergrund sei gewesen, dass das Gelände großflächig zum Naturschutzgebiet umgewidmet wurde.

„Wir brauchten Platz für ein Ersatzteillager und jede Menge Lagerflächen, außerdem für eine Werkstatt“, so Wilhelm Oppermann. So sei man auf die Zuckerfabrik gekommen.

Er widerspricht der Aussage von Armin Töpperwien von der FUL, das Gelände am westlichen Ortsausgang von Northeim läge seit langer Zeit brach. Gebäude und Flächen seien an andere Firmen verpachtet. Natürlich gefalle auch Oppermann zum Beispiel die riesige, marode Fabrikhalle auf dem Gelände nicht. Aber der Abbau samt Entsorgung würde Unmengen an Geld kosten. „Da reicht der von der FUL vorgeschlagene Verkauf des Altmetalls bei weitem nicht aus“, so Oppermann.

Und: Würde die Halle abgerissen, würde sein Unternehmen die Fläche selbst nutzen. Natürlich könne er das Interesse der Politik und der Stadt verstehen, weitere Unternehmen in Northeim anzusiedeln, sagt Wilhelm Oppermann. Aber, so betont er, nicht auf dem Gelände der ehemaligen Northeimer Zuckerfabrik. „Warum auch? Wir sind auch ein Unternehmen, das seit sieben Jahrzehnten in Northeim angesiedelt ist, Gewerbesteuer zahlt und Mitarbeiter beschäftigt“, sagt er. (kat)

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