Die Integrierte Gesamtschule ist noch nicht über den Berg

Zukunft unklar: Der IGS Bodenfelde fehlen Schüler

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Die Zukunft der Heinrich-Roth-Gesamtschule (IGS) wird Thema der kommenden Sitzung des Kreisschulausschusses sein.

Northeim / Bodenfelde – Über der Integrierten Gesamtschule Bodenfelde (IGS) schwebt nach wie vor das Damoklesschwert der drohenden Schließung.

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel will deshalb in Gesprächen mit der Schulleitung, der Niedersächsischen Landesschulbehörde und dem Landkreis Kassel nach Wegen suchen, wie der Schulstandort erhalten werden kann. Über dieses Vorgehen soll der Kreistagsausschuss für Schule und Sport in seiner Sitzung am Dienstag, 5. November, beraten.

Wie aus der Beschlussvorlage hervorgeht, will Klinkert-Kittel dabei möglicherweise auch die Schulstruktur in Uslar und damit auch die verantwortlichen Ansprechpartner mit einzubeziehen. Ziel sei, den Standort zu erhalten.

De facto geht es dabei um eine Fusion mit der Oberschule Uslar (Sollingschule). Hintergrund ist das Urteil der Landesschulbehörde, dass eine zweizügige IGS einer verbundenen Haupt- und Realschule oder einer Oberschule entspricht.

Integrierte Gesamtschulen sollen mit mindestens vier Klassen pro Jahrgang geführt werden. Für die IGS Bodenfelde gibt es bereits eine Ausnahmegenehmigung der Landesschulbehörde, dass es nur drei Klassen pro Jahrgang sein müssen. Tatsächlich werden aber seit mehreren Jahren immer nur jeweils zwei 5. Klassen gebildet.

Im März 2018 hatte der Kreistag beschlossen, dass der IGS Bodenfelde die Chance eingeräumt werden soll, wieder die Dreizügigkeit (drei Klassen pro Jahrgang) zu erreichen. Maßgeblich für die weitere Bewertung sollen die Anmeldezahlen für den 5. Jahrgang des Schuljahrs 2019/20 sein.

Auch damals hatte es zuvor Gespräche mit dem Landkreis Kassel gegeben. Denn laut einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung aus dem Jahr 1972 und eines Vertrages zwischen den Landkreisen Northeim und Kassel werden die Grundschüler aus Bodenfelde im Landkreis Kassel beschult.

Im Gegenzug sollen Schüler aus den hessischen Nachbarkommunen ab Klasse 5 die IGS in Bodenfelde besuchen.

Im laufenden Schuljahr gab es laut Kreisverwaltung entgegen dem Trend an den übrigen weiterführenden Schulen einen Anstieg auf 43 Schüler, was aber wiederum nur für einen zweizügigen Jahrgang ausreicht.

Zum Vergleich: Im Schuljahr 2016/17 sind 48 Schüler in zwei 5. Klassen eingeschult worden. 2017/18 gab es in der Klassenstufe 5 sogar nur 38 Schüler, im folgenden Schuljahr 2018/19 waren es 40 Schüler.

Andreas HeinrichSchulleiter der IGS Bodenfelde

„Es ist nicht Akzeptanz der Eltern, die abgenommen hat“, sagte IGS-Schulleiter Andreas Heinrich der HNA. So kämen allein 17 Schüler des aktuellen 5. Jahrgang aus Uslar. Deren Eltern hätten sich bewusst für die IGS entschieden.

Neben dem Bevölkerungsrückgang sei nach wie vor ein Problem, dass die Schüler aus der hessischen Nachbarschaft – infolge der Grundschulschließung in Oedelsheim – nicht mehr auf die IGS nach Bodenfelde wechselten, sondern zu Schulen in Bad Karlshafen und Hofgeismar.

Die Schule ist nach Heinrichs Worten in einem sehr guten Zustand. Auch die Medienausstattung sei gut. Notwendige größere Investitionen, die ein Argument für eine Schließung sein könnten, stünden nicht an. 

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